Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

Retarded Store Assistant

June 2nd, 2007

CNET News.com berichtete am 29.5. über Hewlett Packards “Retail Store Assistant (RSA)” (Artikel hier, via dem unterhaltsamen Crave Blog, und hier in deutsch auf ZDNet, daraus das folgende Zitat):

Die Idee der neuen Lösung: Die Kunden brauchen keine Einkaufsliste mehr zu erstellen, sondern ziehen beispielsweise einfach ihre Clubkarte durch das Terminal im Laden. Der zuvor zuhause eingegebene Einkaufszettel wird dann angezeigt und auf spezielle Angebote gemäß den individuellen Einkaufsgewohnheiten aufmerksam gemacht. Somit verknüpft der Kiosk einfach die Wünsche des Kunden mit den Offerten des Händlers. Der RSA-Kiosk druckt dann eine Liste der Rabatte und der Waren. Auf der Rückseite des Papiers befindet sich eine Karte, die die Position der jeweiligen Produkte im Laden anzeigt. Wem ein ausgedrucktes Stück Papier zu altmodisch ist, der kann sich die Information auch mittels Bluetooth auf ein mobiles Gerät wie Handy oder PDA beamen.

Letzteres freut mich sehr, denn Einkaufszettel sind in der Tat geradezu verbrecherisch antiquiert.

und

Aus der Information über die Kunden können die Händler dann demografische Daten gewinnen und darauf aufbauend ihr Marketing verbessern. Ein Problem dabei könnte der Datenschutz sein - Händler müssten Datenschutz-Erklärungen bereithalten. Letztendlich soll laut Dekhil (HP-Manager, Anm. Lokalfunk) der Kunde bestimmen, welche persönlichen Daten aufbewahrt werden. Beispielsweise könnten sie bestimmte Produkte wie Medikamente oder Alkohol von der Nachverfolgung ausschließen.

Auch das ist toll, denn auf personalisierte Medikamentenwerbung und das Weinbrand-Forum vom Penny Markt könnte ich verzichten.

Nun im Ernst, ich finde das ist eher ein Beispiel für eine Idee der Marke: “wie bringe ich irgendwie meine Technologie im Einzelhandel unter und sammle wertvolle Kundendaten”. Liebe Produktmanager, natürlich ist das ein riesiger potentieller Markt, aber, es ist so sinnlos. Leute möchten die Illusion des freien Willens bei der Kosumententscheidung, und ab und zu möchte man auch was total Verrücktes tun und eine Woche lang keine Eier essen, oder mal Cola Light statt Zero. Und bumm, kann man die Empfehlungen in der Pfeife rauchen. Mal ganz abgesehen davon, dass “Daten gewinnen, um Marketing zu verbessern” in diesem Kontext, nun ja, vielleicht nicht die allereinzigste Motivation zu sein scheint, hm? nun mal ehrlich?
An den Datenschutz-Erklärungen wird es nicht scheitern, die hat bei den Payback Karten auch keiner gelesen.

Aber immerhin ist Bluetooth drin ;)

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