June 3rd, 2007
Das Marktforschungsinstitut iSuppli warnt in einer aktuellen Studie die Netzbetreiber davor, sich allzusehr auf Geschäftsmodelle mit mobilen Musikdownloads zu verlassen, denn, man glaubt es kaum, Nutzer laden sich bevorzugt ihre Musik per USB oder per Lokalfunk auf das mobile Abspielgerät, sie betreiben Side-Loading (engl. iSuppli Artikel - 29.05., via Spiegel Online - 03.06.):
The marching orders from consumers are clear: They want content on their handsets to entertain them and to personalize their mobile-communication experience. However, all too often, consumers are looking elsewhere besides their wireless carrier to attain this.
Auf der Hardware Seite werden sich neben USB auch die lokalen Funktechniken stark weiter verbreiten:
By 2010, USB will still be included in 764 million wireless handsets shipped during the year and will be the most ubiquitous interface in the industry. However, the wireless alternative, Bluetooth, is gaining ground fast. By 2010, Bluetooth and USB will be available on nearly every handset, and WLAN and NFC will have established a significant market presence.
Side-Loading scheint mir mehr als eine Frage in der Wahl der Übertragungstechnologie, sondern auch ein kulturelles Phänomen zu sein. Kaum jemand hat die Zeit (und ggf. das Geld) sich auf dem Mobiltelefon durch Menüs zu drücken, um dann nach minutenlangen Downloads Musik zu kaufen, die einem dann vielleicht nicht mal gefällt. Die lustigen DRM-Massnahmen der Musikindustrie und mangelnde Auswahl bei den Downloadangeboten kommen noch erschwerend hinzu.
Der Vorteil bei Side-Loading ist, ich kann mir schnell und einfach meine Musik für den anstehenden Tag zurecht klicken, genau dann, wenn ich Zeit dafür habe. Der PC ist sowieso oft schon zur Medienzentrale geworden. Das spontane Austauschen von Musik per Lokalfunk zwischen Endgeräten ist eine weitere, wachsende Form der Kommunikation und wirkt vielleicht auch Image bildend.
Die spannende Frage ist nun, ob Musikdownloads und -verkäufe über Lokalfunk ein Geschäftsmodell sein werden. Mit NFC und schnellem Bluetooth sollen also in 2010 die Grundlagen dafür da sein. Vorausgesetzt die Software auf den mobilen Geräten steht dem nicht entgegen, was auch an den Netzbetreibern liegen wird, gibt es für Lokalfunk wichtige Vorteile:
- Bluetooth über UWB/WLAN ist deutlich schneller als UMTS/HSDPA.
- Der Bezahlvorgang per NFC könnte sehr einfach, schnell und sicher werden.
- Werden die Inhalte inhaltlich auf die Umgebung abgestimmt (Ortbasierter Dienst - z.B. während eines Konzerts die CD des Künstlers kaufen, in der Disco den akuellen Song usw.), so werden spontane Käufe wahrscheinlicher.
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June 2nd, 2007
CNET News.com berichtete am 29.5. über Hewlett Packards “Retail Store Assistant (RSA)” (Artikel hier, via dem unterhaltsamen Crave Blog, und hier in deutsch auf ZDNet, daraus das folgende Zitat):
Die Idee der neuen Lösung: Die Kunden brauchen keine Einkaufsliste mehr zu erstellen, sondern ziehen beispielsweise einfach ihre Clubkarte durch das Terminal im Laden. Der zuvor zuhause eingegebene Einkaufszettel wird dann angezeigt und auf spezielle Angebote gemäß den individuellen Einkaufsgewohnheiten aufmerksam gemacht. Somit verknüpft der Kiosk einfach die Wünsche des Kunden mit den Offerten des Händlers. Der RSA-Kiosk druckt dann eine Liste der Rabatte und der Waren. Auf der Rückseite des Papiers befindet sich eine Karte, die die Position der jeweiligen Produkte im Laden anzeigt. Wem ein ausgedrucktes Stück Papier zu altmodisch ist, der kann sich die Information auch mittels Bluetooth auf ein mobiles Gerät wie Handy oder PDA beamen.
Letzteres freut mich sehr, denn Einkaufszettel sind in der Tat geradezu verbrecherisch antiquiert.
und
Aus der Information über die Kunden können die Händler dann demografische Daten gewinnen und darauf aufbauend ihr Marketing verbessern. Ein Problem dabei könnte der Datenschutz sein - Händler müssten Datenschutz-Erklärungen bereithalten. Letztendlich soll laut Dekhil (HP-Manager, Anm. Lokalfunk) der Kunde bestimmen, welche persönlichen Daten aufbewahrt werden. Beispielsweise könnten sie bestimmte Produkte wie Medikamente oder Alkohol von der Nachverfolgung ausschließen.
Auch das ist toll, denn auf personalisierte Medikamentenwerbung und das Weinbrand-Forum vom Penny Markt könnte ich verzichten.
Nun im Ernst, ich finde das ist eher ein Beispiel für eine Idee der Marke: “wie bringe ich irgendwie meine Technologie im Einzelhandel unter und sammle wertvolle Kundendaten”. Liebe Produktmanager, natürlich ist das ein riesiger potentieller Markt, aber, es ist so sinnlos. Leute möchten die Illusion des freien Willens bei der Kosumententscheidung, und ab und zu möchte man auch was total Verrücktes tun und eine Woche lang keine Eier essen, oder mal Cola Light statt Zero. Und bumm, kann man die Empfehlungen in der Pfeife rauchen. Mal ganz abgesehen davon, dass “Daten gewinnen, um Marketing zu verbessern” in diesem Kontext, nun ja, vielleicht nicht die allereinzigste Motivation zu sein scheint, hm? nun mal ehrlich?
An den Datenschutz-Erklärungen wird es nicht scheitern, die hat bei den Payback Karten auch keiner gelesen.
Aber immerhin ist Bluetooth drin ;)
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June 2nd, 2007
Nokia ist, soweit ich weiß, der erste und momentan einzige Telefon-Hersteller, der ein NFC Gerät im Portfolio hat. Wie so oft sind die Finnen sehr weit vorne, wenn es um innovative Funktechnologien geht (s.a. Bluetooth Entwicklung und sehr frühe WLAN-Integration). Es handelt sich dabei um das Series 40 Gerät 6131 NFC:
With Nokia 6131 NFC phone you can have your credit card, travel card and loyalty card in your phone and use it as a multi-purpose smart card.
…
The Nokia 6131 NFC supports JSR 257 for 3rd party NFC application developers.
(auf forum.nokia.com)
Die JSR 257 (Contactless Communication API) und das entsprechende SDK von Nokia erlauben jetzt die Entwicklung von NFC-Anwendungen bequem aus J2ME (Java) heraus.
Ein NFC spezifisches Blog mit einigen interessanten Einträgen für NFC Entwickler oder solche die es werden wollen ist http://www.nfc-development.org/, leider scheint dort in der letzten Zeit nicht soviel zu passieren, ich hoffe auf mehr.
(Bildquelle: Nokia)
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June 2nd, 2007
Im Stern findet sich ein kurzer Überblick über ein paar aktuelle NFC Tests (“Das Handy begleicht die Rechnung”):
Hanau: Handy Ticketing im ÖPNV
Caen, Frankreich: Payment im Supermarkt, Informationsdienste an Point-of-Interests und Marketing an Plakatwänden / CityLight Postern (Dazu gibts auch ein Video von Philips)
Atlanta, USA: Zugangskontrolle ins Stadion, Payment
Einen weiteren, ausführlicheren Überblick über internationale NFC - Pilotprojekte bietet ein Artikel auf IDSecureNews (Via Mobile Zeitgeist).
Nebenbei: einen (noch überschaubaren) Produktüberblick, aber auch News, Links und gut verständliche Informationen rund um NFC sind unter http://smartnfc.com zu entdecken.
(Bildquelle: NFC-Forum)
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May 28th, 2007
Ein kritischer Blick auf die Bemühungen der Bluetooth SIG, das Konzept Bluetooth auf andere, schnelle Übertragungstechnologien zu übertragen, findet sich in dem interessanten englischsprachigen Blog Martin’s Mobile Technology Page von Martin Sauter: “Bluetooth To Use Wifi As A Physical Layer?” von heute.
Too little too late?
I wonder if faster Bluetooth is still needed as other wireless alternatives are already on the market today.
(…)
If Bluetooth wants to play a role in this market in the future the SIG has quite some catch-up to play or else Bluetooth will be doomed in the future as a technology for wireless headset connection and as slow data exchange protocol for small files.
Allgemein beschäftigt sich das Blog mit “Thoughts on the evolution of GSM, UMTS, WLAN, Bluetooth, and WiMAX”, mit Betonung aktueller Entwicklungen und Trends im Mobilfunk (HSDPA, UMTS) sowie WiMAX. Spannend. Ist ab sofort im Blogroll zu finden.
(Tipp von Mobile Zeitgeist)
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May 28th, 2007
Ein in vielfältiger Weise aufschlussreicher Artikel zu einem NFC Payment Pilotprojekt findet sich in Card Technology, gefunden bei Mobile Zeitgeist, dieser Zusammenfassung ist fast nichts hinzuzufügen.
Für folgende Probleme hätte ich einen Tipp ;)
And the downloading process was confusing for consumers and took a long time–on average about 5 minutes for each download. Some of the delays or unsuccessful downloads were caused by a failure of the phones to receive the SMS messages sent via the OTA platform vendor, he said.
Wer schon einmal versucht hat, einer Bank eine innovative Technologie näher zu bringen, wird den Artikel mit einem weinenden und einem schmunzelnden Auge lesen.
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May 28th, 2007
Der Artikel von Ralf Trautmann vom 27.05. “High-Speed-Bluetooth über WLAN? Standard könnte führende Inhouse-Übertragungs-Technik werden” erläutert ein wenig mehr den möglichen Anwendungskontext und die technische Realisierbarkeit von Bluetooth über WLAN (HS-Bluetooth).
Denn Bluetooth hat gute Chancen, sind zu einer führenden Inhouse-Übertragungstechnologie zwischen verschiedenen Geräten auch abseits der Nutzung auf Handys zu entwickeln (zum Beispiel für Digitalkameras, Fernsehen, MP3-Player und andere elektronische Geräte), da es gegenüber seinen Konkurrenten einige Vorzüge hat: So ermöglicht die Technik mittels “Kopplung” den schnellen und unkomplizierten Aufbau von Verbindungen zwischen verschiedenen Geräten, hier muss nicht wie bei WLAN erst ein Netzwerk mit IP-Adressen und Netzwerkschlüssel konfiguriert werden. Zudem gilt das Bluetooth-Verfahren als energiesparend und unter anderem dank möglicher 128-Bit-Verschlüsselung als sehr sicher. Darüber hinaus ist der Grad der Etablierung bei den Endgeräte-Herstellern hoch.
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May 27th, 2007

Nun ja, zumindest deutlich weiter als normal und zielgerichtet kann man kommen, mit ein bisschen Bastelarbeit und handelsüblichen Materialien, die
trifinite.org Gruppe zeigt wie man
eine spezielle Antenne für 2.4 GHz anschliesst.
Ergänzung:
Mit einer solchen Konfiguration (Laptop+Dongle+Antenne und ein nicht modifiziertes Nokia 6310i) konnte bei einem Test in 2004 durch trifinite.org ein 1,75 km entferntes Mobiltelefon kontaktiert werden. Und das wohlgemerkt, obwohl dieses Mobiltelefon laut Spezifikation max. 10m weit über Bluetooth funken können sollte.
(Bildquelle: trifinite.org)
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May 27th, 2007
Erwägen Sie in Zukunft den Einsatz von Bluetooth Marketing? Das ist gut und fortschrittlich und kann sich sogar lohnen, falls einige Dinge im Vorfeld mit dem Dienstleister abgesprochen und ggf. dessen AGB geprüft wurden. Dazu einige Tipps:
- Lesen Sie das Bluetooth Manifest und fragen Sie den Dienstleister nach den einzelnen Punkten
- Insbesondere lohnt eine Bluetooth Kampagne nur dann, wenn ein Blueprinting vorhanden ist, wobei min. 150-200 der vor Ort gebräuchlichen mobilen Endgeräte erkannt werden sollten. Dies sollte der Dienstleister schriftlich garantieren. Ansonsten werden die Inhalte oft nicht korrekt auf dem Endgerät dargestellt. Wichtig ist auch das Land: in den USA sind z.T. völlig andere Geräte im Umlauf als in Europa …
- Sie sollten sich rechtlich insofern abzusichern versuchen, als dass der Dienstleister für die Rechtmäßigkeit der Kommunikationsform im Veranstaltungsland haftet (AGB!). Für Content-Push ist die Rechtslage nämlich noch nicht eindeutig geklärt. Für die Inhalte haftet natürlich der Hersteller/Anbieter.
- Rechnen Sie mit durchschnittlich 100 erfolgreichen Downloads pro Tag und Bluetooth Hotspot (Transmitter), falls Sie einen sehr guten Inhalt verteilen und deutlich auf diesen Service hinweisen. Unseriöse Anbieter können an gigantischen Versprechungen in dieser Hinsicht erkennbar sein. Mehrere Hotspots auf einem Punkt erhöhen meistens die Downloads nicht sonderlich.
- Beachten Sie alle Neben- und Folgekosten:
- Vermietungskosten sind klar, Vermietungsdauer beachten.
- Portokosten: können nicht unerheblich sein, gerade bei kurzen Events und Anbietern aus dem Ausland. Klären Sie früh, wer wann wohin (Messe!) die Geräte versendet und abholt!
- Setup-Gebühren: Einmal Kosten für Einrichtung usw.
- Wichtig: Bearbeitungskosten für zu versendende Inhalte! Meistens ist es notwendig, dass für einen zu versendenden Inhalt mehrere Varianten vom Kunden angeliefert werden müssen. So muss ein Bild z.B. in verschiedenen Auflösungen und Farbtiefen vorliegen (passend für die verschiedenen Endgeräte). Es reicht also nicht ein Bild sondern es sind eher 15-20 Bilder pro Inhalt. Liegt ein Inhalt nicht in allen oder nicht in der korrekten Form vor, so wird die Bearbeitung oft vom Bluetooth Marketing Dienstleister durchgeführt, was zu nicht unerheblichen Kosten relativ zum Vermietungspreis führen kann. Dieser Themenkomplex sollte im Vorfeld und früh genug mit dem Dienstleister genau geklärt und eventuell eine Pauschale für Inhaltsbearbeitung festgelegt werden.
- Zertifikate: Werden Programme (z.B. Spiele, “Informationsbroschüren” als Java Anwendung) so ist in jedem Fall ein Software-Zertifikat zu empfehlen. Klären Sie die Kosten und Details für die Zertifizierung. Hat der Dienstleister schon mal sein Zertifikat für einen anderen Kunden eingesetzt, so sollten die Kosten geringer sein.
- “Klassisches” Point-of-Sale Marketing: Denken Sie daran, dass Bluetooth unsichtbar ist, d.h. Ihre Aktion muss vor Ort deutlich durch Plakate, Leuchtsäulen usw. angekündigt und erklärt werden. Auf Messen haben sich (geschulte) Promotion Teams bewährt, die auch mal eine Frage eines Nutzers beantworten können. Beachten Sie die Kosten und Fristen für Plakatdruck, Einweisung der Promotion Teams usw.
- Achten Sie auf eine gewisse Verhältnismässigkeit der Preise zu den Herstellungskosten, dazu die beiden Anhaltspunkte (siehe auch diesen Post):
- Ein Bluetooth Hotspot kostet im Einkauf ca. 400-800€.
- Eine Leuchtsäule, wie hier beschrieben, kostet ca. 350,- €
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May 23rd, 2007
Mediabiz meldet, dass arvato, ein Hersteller von Mobiltelefon Inhalten jeder Art nun an das Blucom System des Satellitenbetreibers Astra angebunden werden soll.
Das Blucom System verbindet TV mit lokalem und mobilem Funk:
“Blucom interactiv” ist eine Eigenentwicklung von APS, einem Tochterunternehmen des Satellitendienstleisters Astra, die die Dialogfähigkeit des Handys mit der Fernsehnutzung kombiniert. Bei der Neuentwicklung sendet der Programmanbieter zusätzlich zu Bild und Ton weitere Daten via Satellit an eine Set-top-Box. Die Box filtert die Zusatzdaten aus dem Signal heraus und sendet sie via Bluetooth an ein Mobiltelefon, während die Bild- und Tonsignale wie bisher an das TV-Gerät gehen. Über das Handydisplay können dann Zusatzfunktionen wie Wetten, Textinfos und Online-Bestellung aufgerufen werden, die Interaktion erfolgt über SMS.
(s. Mediabiz, 01.09.05)
Neben Klingeltönen und Dating SMS wären da sicher auch richtig schöne Sachen möglich.
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