Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

Interview: Haase & Martin

E-Mail Interview vom 19.08.2007 mit Matthias Haase und Alexander Martin
Interviewreihe Bluetooth Marketing im Einsatz

Wie lautet der Name des Unternehmens, die Gesellschaftsform und das Gründungsjahr?

Haase & Martin GbR - Büro für Neue Medien
gegründet 2002
Firmensitz ist Dresden
Web: www.haaseundmartin.de

Wie lautet Ihr Name, welche Position im Unternehmen haben Sie inne?

Matthias Haase
Geschäftsführer, Gestaltung

Alexander Martin
Geschäftsführer, Entwicklung

In welchen Geschäftsfeldern ist das Unternehmen tätig, welche Produkte/Dienstleistungen werden angeboten?

Die technische Entwicklung von Mobilfunklösungen für das Mobile Marketing steht im Mittelpunkt der Tätigkeit. Darüber hinaus bieten Haase & Martin individuelle Betreuung im Bereich Neue Medien.

Zu unseren Entwicklungen gehören:
1. Das Bluetooth Mobile Marketing System Bluebot®
2. Das SMS-to-Beamer System SMS Chatwall®
3. Das SMS Abstimmungssystem SMS Voting
4. Java Anwendungen für mobile Endgeräte
5. Kiosk Systeme

Ist das Bluetooth Marketing System Ihres Unternehmens eine Eigenentwicklung?

Ja. Die Entwicklung des Bluetooth Marketing Systems Bluebot begann 2005. Durch die In-House-Lösung sind wir zudem in der Lage sehr spezielle und individuelle Projektanforderungen umzusetzen.

Welches Potential sehen Sie bei Marketing/Informationsverteilung über Bluetooth und anderen lokalen Funktechnologien?

Bluetooth Marketing und Bluetooth basierte Informationsverteilung bieten großes Potential, das sich in wesentliche Kernpunkte gliedern lässt: Als ortsgebundener Dienst erfüllt Bluetooth Marketing alle Vorteile des Proximity Marketings im Customer Relation Management. Zudem ist der kostenfreie Service für Anbieter und Nutzer gleichermaßen attraktiv. Ansprechende Inhalte zum Mitnehmen auf dem Handy bieten eine zeitlich fortdauernde Identifizierung des Kunden mit dem werbenden Unternehmen. Stets präsente Handyinhalte werden zum Lifestyle und stellen einen dekorativen, praktischen oder finanziellen Mehrwert dar. Die Möglichkeiten des im klassischen Mobile Marketing verwendeten Bluetooth Standards werden außerdem durch eine multiplikative Wirkung um entscheidende Aspekte erweitert. Eine einmal angestoßene Marketing Kampagne kann durch einen Domino-Effekt zum Selbstläufer werden.
Neben den Standard Marketing Kampagnen bieten für das Handy aufbereitete Informationen einen substanziellen Mehrwert. Werbefinanzierte Info-Applikationen bleiben für den Handynutzer kostenfrei und stellen für den Betreiber einen einzigartigen Kommunikationskanal dar.
So entwickelten Haase & Martin in Kooperation mit dem Studentenwerk Dresden im Rahmen des Informationssystems “Mensa Mobil” einen Mensa-Speiseplan als Java-Programm. Die Verbreitung des Javaprogramms erfolgt über Bluebot-Systeme. Die Gesamtkonzeption und Umsetzung des Projektes, des Java-Programms, der Verteilung Over-The-Air und via Bluetooth erfolgte komplett durch Haase & Martin. Das Studentenwerk Dresden nimmt mit diesem Projekt, insbesondere unter dem Aspekt einer für den Endnutzer kostengünstigen Lösung, eine Vorreiter-Rolle in Deutschland ein.

Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass Bluetooth-Marketing aufgrund aktuell sich abzeichnender Entwicklungen (Mobilfunkflatrates und GPS
Empfänger/NFC/RFID in Mobilgeräten => Download und Ortsbestimmung überall und kostengünstig) an Bedeutung verliert?

Die technische Entwicklung sehen wir nicht als Gefahr. Die Vorteile eines zeitgemäßen Proximity-Marketing bleiben langfristig erhalten. Vorerst bleiben auch die Vorzüge der kostenfreien Bluetooth-Schnittstelle Alleinstellungsmerkmal von Bluetooth-Marketing. Die Hemmschwelle des Nutzers, kostenpflichtige Downloads Over-the-Air zu beziehen, wird durch Bluetooth gezielt umgangen. Mehrwerte rücken damit in den Fokus und werden nicht von Verbindungskosten in der Wahrnehmung gebremst. Kostenfreie Downloads sind sympathisch.

Halten Sie den Vertrieb von kostenpflichtigen Produkten im Kontext Bluetooth Marketing / lokaler Funktechnologie für ein Geschäftsmodell? Welche Technologien sind dabei entscheidend (Premium-SMS, NFC, andere)?

Mit der Allgegenwart von Handys wird dieser Zweig mit steigender Handynutzung an Bedeutung gewinnen. Die wachsende Nachfrage an Handydiensten wird fast zwangsläufig den Vertrieb über Bluetooth fordern. Je nach Szenario werden jeweils andere Techniken eingebunden.

Wie schätzen Sie die Nutzerakzeptanz und Realisierbarkeit ein für …

a. interaktive Anwendungen über Bluetooth, d.h. auch Nutzer senden Daten an den Bluetooth-Hotspot?

Nutzer werden mit Ihrem Handy hinsichtlich Bluetooth-Funktionalität immer vertrauter und wissen um die gewinnbringende Verwendung der Schnittstelle. Interaktive Anwendungen über Bluetooth sind ein großes und zukunftsweisendes Thema das in unserem Unternehmen im Bereich Software-Entwicklung an Bedeutung gewinnt.

b. Nutzer kommunizieren über eine spezielle Software (J2ME/Symbian …)
auf dem mobilen Gerät mit BT-Hotspots?

Kommunikation durch spezielle Applikationen ermöglicht eine weitreichende Verknüpfung von Uploads mit, z.B. vom Nutzer, eingegebenen Daten. Damit lassen sich interessante Dienste realisieren.

c. WLAN und Infrarot basierte Marketing Lösungen?

Infrarot wird durch den notwendigen Sichtkontakt und die damit verbundene Nutzerunfreundlichkeit weiter an Bedeutung verlieren. WLAN bietet interessante technische Möglichkeiten, jedoch ist der Einsatz im Handy durch den relativ hohen Stromverbrauch nur in sehr speziellen Szenarien sinnvoll. Die Verbreitung wird auch dadurch hinter Bluetooth zurückbleiben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Endnutzerakzeptanz gesammelt und wie stark wirkt sich dabei die meist negative Berichterstattung über die allgemeine Bluetooth-Sicherheit (Viren, Sicherheitslücken) aus?

Das automatisierte Versenden von multimedialen Inhalten mittels Bluetooth Hotspots etabliert sich mehr und mehr im Bereich des Direktmarketing. Neben den zu verteilenden Handyinhalten trägt auch die Art und Weise der Kampagnengestaltung entschieden dazu bei, das große Potential dieser Technologie gewinnbringend umzusetzen. Gutscheine, Java-Games oder Kino-Trailer, die per Bluetooth an ausgesuchten Orten bereitgestellt werden, sind attraktiv, da sie für den Kunden einen dekorativen, unterhaltenden, praktischen oder finanziellen Mehrwert darstellen. Das kostenlos übertragene Wallpaper, MP3s oder der Messeplan werden zum allgegenwärtigen Begleiter im Alltag. Informiert die Kampagne z.B. mit statischen oder bewegten Plakaten über den Bluetooth-Service, steigert man die bewusste Wahrnehmung des Kunden und vervielfacht die Akzeptanz. Während die Akzeptanzrate bei lang angelegten Kampagnen ohne Ankündigung des örtlichen Bluetooth-Services bei ca. 7% liegt, erreicht man mit gezielt beworbenen Strategien eine Akzeptanzrate von über 40%. Die Anzahl der akzeptierten Übertragungen ist im Wesentlichen nicht technisch beschränkt, sondern wird durch die Art der Kampagne maßgeblich gestaltet.
Unseren Erfahrungen nach wirken sich negative Berichterstattungen über die allgemeine Bluetooth-Sicherheit nicht negativ auf die Nutzerakzeptanz aus. In Kundengesprächen beraten wir auch in puncto Sicherheitsaspekten: Java-Programme bringen ein weitreichendes Sicherheitskonzept mit. Das Stichwort ist hier das Sandkastenmodell der Java-Virtual-Machine. Machmal sind auch mehr Funktionalitäten erwünscht. Dann müssen Zugriffe aus Java-Programmen auf Handydaten und Handyfunktionen vom Nutzer freigegeben werden. Dieses Sicherheitskonzept steht der Grundfunktionalität sich automatisch replizierender und verbreitender Viren entgegen.

Sind unterschiedliche, fehlerhafte und per Software “entschärfte” Implementierungen des Bluetooth Standards in Mobiltelefonen ein Problem?
Beispiele: Siemens/Benq, Vodafone, Verizon in den USA.

Fehlerhafte Umsetzungen auf Handys werden sich nicht langfristig am Markt etablieren. Selbst bewusst eingeschränkte Bluetooth-Funktionen werden keine umfassende Bedeutung erlangen. Welcher Handykäufer entscheidet sich schon freiwillig für ein minderfunktionales Gerät, wenn er nebenan ein vollwertiges Gerät erhalten kann. Die Handynutzer sind hier gut informiert.

Was sollte man als Werbetreibender im Hinblick auf das Design und ggf. Programmierung von Inhalten für eine Bluetooth Kampagne beachten?

Klarheit, Eindeutigkeit, Nutzerfreundlichkeit, display-entsprechender und lesbarer Content sind maßgeblich. Bluetooth-Downloads sollen Spaß machen. Umständliche Downloadprozeduren müssen vermieden werden. Es empfiehlt sich, komplexe Inhalte im Java-Programm zusammen zu fassen.

Welche Form von Inhalt wird nach Ihrer Erfahrung am Besten vom Endnutzer angenommen?

Wallpapers, Ringtones und Gutscheine sind jedem verständlich und eignen sich gut für breit angelegte Kampagnen. In Zukunft wird der Trend zu komplexeren Inhalten gehen.

Für wie hoch würden Sie die durchschnittliche Conversion Rate bei mobilen Coupons einschätzen?

Das hängt vom Mehrwert für den Nutzer und von der Kampagnengestaltung ab. Im Idealfall sind Conversion-Rates von mehr als 100 % möglich. Wenn Gutscheine attraktiv sind und die Kampagne multiplikativ auf eine Verbreitung innerhalb einer Peergroup setzt, kann eine Maßnahme zum Selbstläufer werden.

Ist der Tausender Kontaktpreis (TKP) eine geeignete Größe für den Kosten/Nutzen Vergleich zwischen verschiedenen Werbekanälen (mit z.B.
Print / Online)? Wenn ja, wie hoch ist ein durchschnittlicher TKP im BT-Marketing? Wenn nein, welche messbare Größe ist besser geeignet?

Auch wenn Bluetooth weit verbreitet ist, steht das Bluetooth-Marketing noch am Anfang seiner Entwicklung. Hier bleibt abzuwarten welche Anforderungen gestellt werden.

Was halten Sie von Cost per Download Abrechnungsmodellen? Sehen sie andere Alternativen zu Vermietung/Verkauf?

Siehe vorige Frage.

Stimmen Sie den Aussagen des “Bluetooth Marketing Manifests” zu?
Welche Punkte würden Sie kritisieren, was würden Sie ergänzen?

Die Punkte hängen im Einzelnen sehr vom Umfeld der Kampagne ab. In speziellen Szenarien, z.B. bei Seminaren und Kongressen mit klarem Kommunikationsprofil, können eigene Anforderungen an Bluetooth-Hotspots gestellt werden.

Sind in nächster Zeit konkrete Weiterentwicklungen der Technologie, des Anwendungsspektrum oder Produktportfolios Ihres Unternehmens geplant?

Haase & Martin sind mit Weiterentwicklungen bestehender Produkte mit Hinblick auf zeitgemäße Funktionen befasst. Informationen zu aktuellen Projekten und Entwicklungen finden sich auch auf unserer Webseite.

Was möchten Sie den Lesern diese Blogs abschließend mitteilen?

Schalten Sie am nächsten Hotspot Ihr Bluetooth ein.

 

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