July 5th, 2007
Einige Ergänzungen zu meinem vorherigen Bericht über aka-aki:
- Die Beta Testphase hat offensichtlich begonnen, allerdings ist es ein geschlossener oder kontrollierter Test, man benötigt eine Einladung.
- Ein launiges Interview von zwei aka-aki Machern findet sich beim Elektrischen Reporter, dort wird das Konzept genauer erklärt (Danke für den Tipp, André!).
- Das Ganze funktioniert anders, als ich damals gedacht hatte. Die Grundidee ist: Eine Java Anwendung auf dem Telefon scannt die Umgebung nach Bluetooth Geräten und merkt sich die Bluetooth Adresse (die ist potentiell eindeutig, ähnlich der MAC-Adresse der Netzwerkkarte). Dann wird über Mobilfunk Kontakt zum aka-aki Server aufgenommen, der wiederum eventuell gespeicherte Profildaten zu den entsprechenden Bluetooth Adressen zurücksendet. Diese können dann hübsch auf dem Telefon angezeigt werden.
Ich finde das ist ein durchaus interessanter Ansatz. Wie es im Interview deutlich wird, soll es mehr um eine Erinnerungsfunktion (wer ist das? was macht der/die? La Fee Hörer/in? Aaaarg!) und eine Motivation für reale Kontaktaufnahme gehen, als primär um (noch) einen Bluetooth Chat, was im Übrigen sowieso eine Anwendung mit sehr begrenztem Nutzen ist.
Die Mobilfunk Komponente löst einige technische Probleme, die man dann bekommt, wenn nicht nur die Adresse des entfernten Gerätes herausgefunden werden soll, sondern eine direkte Verbindung oder gar Pairing über Bluetooth vonnöten ist. Auch erweitert sich der Nutzerkreis, denn auf dem anderen Gerät muss nicht unbedingt die aka-aki Anwendung laufen, damit ich das Profil des Besitzers erhalten kann, da reicht, wenn dessen Bluetooth an und sichtbar geschaltet ist. Die Datentarife bewegen sich zur Zeit deutlich nach unten, sodass das mittelfristig auch kein großes Problem sein sollte.
Im Interview war auch noch die Rede von einem Portaleigenen Nachrichten Dienst ähnlich SMS (Gebühr?) und dem “Stickerkonzept” (aka kleine Fotos).
Die Profile werden zunächst per Internet auf dem Server angelegt und wohl auch dort am ehesten gepflegt. Die Verzahnung von mobil und online Community wird interessant zu beobachten sein, falls es den Betreibern gelingt, genug Leute auf die Plattform zu bringen. Das ist online schon schwer genug, die Leute dazu zu bewegen etwas auf dem Telefon zu installieren ungleich schwieriger. Im schlimmsten Fall wird es als weitere Online-Community mit ungenutztem mobilem Anhängsel enden.
Über das Online-Portal fallen vielleicht auch ein paar Werbeeinnahmen ab, denn bisher ist ein Geschäftsmodell nicht klar ersichtlich, denkbar wäre auch Werbung innerhalb der Java-Anwendung. Wie bei Social Communties üblich, geben die Leute ja oft unglaublich detailliert Auskunft über ihre Interessen, Vorlieben usw. Dies ermöglicht sehr zielgerichtete Werbung und soll angeblich auch schon mal als eigentlicher Zweck des Web 2.0 genannt worden sein. Ein Blick in zukünftige AGBs von aka-aki oder der Adapter GbR könnte da erste Hinweise geben, wohin die Datenreise gehen soll. Irgendein Geschäftsmodell muss es geben, denn 5 GbR Gesellschafter + Entwickler + Server wollen bezahlt werden.
Egal, noch ist alles kosten- und werbefrei und schön, vielleicht lädt mich ja jemand zum Betatest ein.
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June 2nd, 2007
Nokia ist, soweit ich weiß, der erste und momentan einzige Telefon-Hersteller, der ein NFC Gerät im Portfolio hat. Wie so oft sind die Finnen sehr weit vorne, wenn es um innovative Funktechnologien geht (s.a. Bluetooth Entwicklung und sehr frühe WLAN-Integration). Es handelt sich dabei um das Series 40 Gerät 6131 NFC:
With Nokia 6131 NFC phone you can have your credit card, travel card and loyalty card in your phone and use it as a multi-purpose smart card.
…
The Nokia 6131 NFC supports JSR 257 for 3rd party NFC application developers.
(auf forum.nokia.com)
Die JSR 257 (Contactless Communication API) und das entsprechende SDK von Nokia erlauben jetzt die Entwicklung von NFC-Anwendungen bequem aus J2ME (Java) heraus.
Ein NFC spezifisches Blog mit einigen interessanten Einträgen für NFC Entwickler oder solche die es werden wollen ist http://www.nfc-development.org/, leider scheint dort in der letzten Zeit nicht soviel zu passieren, ich hoffe auf mehr.
(Bildquelle: Nokia)
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May 17th, 2007
Eine weitere, sehr feine Sache, gerade wenn man beginnt, sich mit Bluetooth Programmierung auf Mobiltelefonen zu beschäftigen ist der BT-Browser auf Benhui.net.
Diesen Code ausprobieren und nachvollziehen, dann weiss man alles Wichtige.
Eine andere gute Idee wäre die Benhui.net Bluetooth Datenbank, die für Bluetooth-Mobiltelefone die Ergebnisse der Service Discovery bereitstellen soll. Leider ist der Zugriff seit langer Zeit nicht möglich.
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May 8th, 2007
Wieder bei golem.de steht heute die Meldung, dass Nokia für Juni diesen Jahres eine neue Entwicklungsumgebung für die Series 40 5th. Edition herausbringen will. Nokia Series 40 Geräte laufen auf dem Nokia eigenen Betriebssystem, stellen die größte Anzahl innerhalb der Baureihen (Series 60,80,90 usw.) und darunter fallen praktisch alle “günstigeren” Telefone. Interessant ist, dass nun endlich auch die Bluetooth Java API (JSR82) in die Series 40 Einzug halten soll. Dies passiert im Rahmen des Spezifierungsprozeßes JSR248, Meldung dazu bei areamobile.de, der auch eine Kapselung von bisher eigenständigen J2ME APIs bringt, d.h. man sollte davon ausgehen, dass JSR 248 spezifizierte Geräte folgende APIs unterstützen (Liste zit. bei areamobile.de):
- JSR-184 (Mobile 3D Graphics API) in Version 1.1
- JSR-179 (Location API) für lokalisierte Dienste
- JSR-177 (SATSA) für Sicherheitsfunktionen und Zertifikatsverwaltung
- JSR-180 (SIP API) fürs Session Initiated Protocol, das beispielsweise VoIP-Anwendungen ermöglicht
- JSR-211 (Content Handler API) für die Verwaltung von Applikationen, mit denen sich bestimmte MIME-Typen öffnen lassen
- JSR-226 (Scalable 2D Vector Graphics) für die Darstellung von SVGtiny-Inhalten
- JSR-229 (Payment API)
- JSR-238 (Internationalization API) für die Lokalisierung von Java-Applikationen
- JSR-205 (Messaging)
- JSR-172 (Web Services)
- JSR-135 (Mobile Media)
- JSR-82 (Bluetooth)
- JSR-75 (File&PIM)
Das wäre ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von Lokalfunk- / Location Based Services Anwendungen auch auf Einsteigergeräten.
Ohne jetzt auf die Einzelheiten einzugehen, erst mit JSR-82 (Bluetooth) ist anwendungsbasierte Bluetooth-Kommunikation möglich,
hinzukommen die File API (JST-75), die praktischerweise z.B. das Speichern von über Bluetooth geladenen Inhalten erlaubt und Content Handler die die dann auch anzeigen lassen können. Dies dann plattformübergreifend, mit einer funktionierenden Location API (Auswertung von GPS-Daten / Funkzellenortung), sinnvollen WebServices und Payment kombiniert ist eine spannende Basis für echte Pull-Informationsdienste mit massenweise OptIns / OptOuts und Sicherheitsmechanismen.
Nimmt man dazu noch sinkende Verbindungspreise und GPS könnten Location Based Services bald wirklich interessant werden. Nun ja, falls den Mobilfunknetzbetreibern nicht noch was “Nettes” einfällt.
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May 7th, 2007
Ende letzten Jahres erschien auf heise Security ein Artikel von Marko Rogge mit dem Titel “Bluetooth als Einfallstor - Wie Bluetooth-Marketing Anwender für mobile Viren desensibilisiert”. Er beschreibt recht anschaulich eine einfache, billige und dabei sehr “erfolgversprechende” Form eines Angriffs auf Bluetooth Mobiltelefone, die durch Bluetooth Marketing Systeme verschärft wird. Der Grundgedanke ist: Firma A bietet über einen Bluetooth-Transmitter auf einem Event Handy-Games zum freien Herunterladen an. Hacker B steht ein paar Meter weiter mit seinem Laptop+Dongle und bietet unter dem Namen v. Firma A lustig Virenprogramme an, die genauso heißen, wie das Spiel. Wer unter den jungen Schnäppchenjägern und umworbenen Konsumenten passt jetzt genau auf, ob ein eventuelles Zertifikat wirklich von Firma A kommt? Nun, lt. heise Test sehen es 40% anscheinend nicht ganz so genau. Und dann könnte ein Virus auf dem Mobilgerät landen. Das Szenario erinnert ein wenig an E-Mail Nachrichten mit dem Subject “Delivery Status notification”, “Ihre Telekom Rechnung” usw. Erschwerend kommt hinzu, das sich viele Viren am liebsten über Bluetooth weiterversenden. Wo sind viele Leute mit offener Bluetooth-Schnittstelle zu finden? Genau, direkt neben Dir an der Bluetooth Leuchtsäule oder am funkenden Plakat.
Die Hersteller sollten also grundsätzlich zu versendende Programme mit einem Zertifikat versehen und dessen Bedeutung klar am Ort des Geschehens deutlich machen. Am besten wäre, grundsätzlich auf den Versand von Programmen (jar/sis usw.) zu verzichten und vor Installationen zu warnen. Eine andere Alternative ist es, die Bluetooth Kommunikation mit dem Marketing System nur über eine eigene, auf dem Mobiltelefon aus sicherer Quelle installierte Anwendung zu erlauben (s. z.B. BlipExplorer der Fa. Blipsystems, Nokia Coolzone, die anscheinend aber nicht mehr entwickelt wird, oder das Produkt Jellingspot).
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