July 21st, 2007
Ströer konnte offensichtlich Senator Film für eine Bluetooth Marketing Kampagne des aktuellen Tarantino Films “Death Proof” gewinnen:
Handys mit Bluetooth®-Schnittstelle können innerhalb weniger Minuten über sogenannte “beamzones®” das Handy Wallpaper, den TV Spot und auch den Trailer des neuen Tarantino Films downloaden.
Die Bluetooth Transmitter (beamzones ist ein Produkt von Blue Cell Networks) sind an 39 Standorten in beleuchteten Werbeplakaten (CLPs) untergebracht. Die Aktion geht vom 16-23.7.2007.
Laut der Ströer Preistabelle müsste diese Aktion Senator min. 15900,- Eur gekostet haben (8 Tage * 50,- * 39 Standorte + 300,- Pauschale). Angesichts der Tatsache, dass Bluetooth Kampagnen buchbar sind …
im Rahmen von Out-of-Home-Kampagnen mit einem Ströer Volumen > 100.000 Euro.
… relativiert sich der Preis wieder ein wenig. Da kein Gutschein o.ä. versendet wird, wird der Erfolg der Kampagne schwer messbar sein. Gut ist, dass mit Trailern ein potentiell interessanter und wertiger Inhalt transportiert wird.
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May 9th, 2007
So ein neuer Kommunikationskanal steht und fällt nicht nur im Hinblick auf Bedienbarkeit und Sicherheit sondern natürlich wie und was darüber gesendet wird und werden kann.
Im Kontext Bluetooth ist es theoretisch möglich, alle Formen von Dateien zu versenden, binär und Text. Dann kommt es darauf an, wie die konkreten Implementierungen auf den Mobilgeräten mit den ankommenden Daten umgehen.
Die erste Einschränkung ist, dass zunächst relative Referenzen nicht aufgelöst werden können, d.h. es macht nur Sinn Inhalte zu verschicken, die genau in einer Datei sind und keine lokalen/relativen Referenzen haben (z.B. HTML-Seiten mit Bildern => href=”/images/bild.gif” geht hier natürlich nicht).
Desweiteren muss das Zielgerät das Format korrekt darstellen können und genug Speicher frei haben. Aber da sieht es ganz gut aus, die meisten Geräte kommen ja inzwischen mit gif, mp3, avi usw. klar und besitzen deutlich MB.
Ein anderes Problem ist, dass manche Mobilfunknetzbetreiber die Bluetooth Schnittstelle softwareseitig eines Teils ihrer Funktionen berauben. Im Falle Verizons, eines der größten Provider in den USA, macht es Bluetooth Marketing dort sehr schwierig.
Auch Vodafone etabliert die sehr zweifelhafte Tradition, sinnvolle Funktionen zu deaktivieren, sowohl bei Bluetooth als auch aktuell in UK durch Entfernen der VoIP Fähigkeit aus dem N95 (The Register, gef. bei smstextnews.com).
Ich unterstelle da mal einfach, dass Sorge um die Sicherheit der Kommunikation nicht die primäre Motivation ist, sondern eher die Sorge, dass das kostenlose Bluetooth und das günstige VoIP den Gewinn schmälern.
Zuletzt ist es eine Frage der Geschwindigkeit, wie große Inhalte sinnvollerweise angeboten werden können. Bluetooth übertragt in den 1.x Versionen ca. 0,7 MBit/s netto, in BT 2.x+EDR ca. 2,2 MBit/s netto. Netto bedeutet hier: effektive, für Nutzdaten verwendbare Datenrate. Funken ein 1.x und ein 2.x Bluetooth Gerät miteinander, so kann natürlich nur die 1.x Geschwindigkeit genutzt werden. Noch haben die meisten Mobiltelefone Bluetooth 1.x verbaut, neuere kommen auch mit 2.x.
Aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit sollten also Inhalte eine bestimmte Größe nicht überschreiten.
Zwischenrechnung:
- 0,7 Mbit/s geteilt durch 8 (Bit) sind 87,5 KByte/s.
- Nehmen wir an, ein mp3 in CD Qualität (128kbps) von 3MB Größe soll übertragen werden, so dauert das also mit Bluetooth V1.x = 3000 KB / 87,5 KB/s = 34 sek.
- Das ist noch gut zu machen, würde ich sagen. Mit GPRS (53 Kbit/s) würde das Ganze 7,54 minuten dauern, mit UMTS (300 KBit/s) immer noch 80 sek., allerdings kostet das Geld ;)
(Bild Quelle: Nokia)
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