Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

RMV testet NFC-Ticketsystem

July 22nd, 2007

Der RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) besitzt bereits ein mit 5000 Nutzern erfolgreiches mobiles Ticketing System für den öffentlichen Nahverkehr. Es basiert auf einer Java-Applikation. Wie am 18.7.2007 gemeldet (via Mobile Zeitgeist), startet ab sofort eine Testphase mit einer Erweiterung des Systems um passive NFC-Tags (”ConTag”), derer 600 Stück an insgesamt 59 Haltestellen installiert werden sollen. Der Vorteil der NFC Lösung ist ein vereinfachter Ablauf der Transaktion:

Im Vergleich zur bisher in Frankfurt im Einsatz befindlichen RMV-HandyTicket-Lösung verringert sich durch die Nutzung der NFC-Technologie die Anzahl der Schritte beim Ticketkauf von zirka neun auf drei:
1. Berühren des ConTags an der Haltestelle mit dem NFC-Handy
2. Auswahl der Ticketart und des Zieltarifgebiets
3. Bestätigung des Ticketkaufes
Durch das Berühren des ConTags wird das auf dem Handy installierte Ticketing-Programm automatisch geöffnet und die Starthaltestelle automatisch eingetragen.
Selbstverständlich ist der Ticketkauf auch möglich, wenn kein ConTag vorhanden ist. Dazu kann wie bisher manuell die Starthaltestelle sowie das Zieltarifgebiet ausgewählt werden.
Darüber hinaus ist am ConTag auch der Abruf des aktuellen Haltestellenfahrplanes für die jeweilige Haltestelle möglich.

(Text-/Bildquelle: RMV)

NFC RMV

Die ConTags sind im Prinzip wettergeschützte, passive NFC-Tags, die keinerlei Stromversorgung benötigen und die Signatur der Haltestelle enthalten, die vom NFC-Mobiltelefon ausgewertet wird.
Beteiligt sind an dem Projekt:

Die Anwendung wurde vom RMV gemeinsam mit Nokia und T-Systems
entwickelt und wird nun in der Mainmetropole in Kooperation mit der
Verkehrsgesellschaft Frankfurt, von traffiQ Frankfurt sowie der Ströer
Deutsche Städte Medien GmbH umgesetzt.

Der “Betatest” läuft, wer als Tester angenommen wird, erhält immerhin kostenfrei und ohne Vertrag ein Nokia 6131NFC, denn ohne NFC-Telefon kann man schließlich nichts testen.
Mehr Infos zum Thema finden sich auf den erfreulich informativen Seiten des RMV.

Noch ein NFC Telefon

June 13th, 2007

Üblicherweise finde ich Posts der Art “Cooles Handy, alter” langweilig, aber in diesem Fall mag es zu entschuldigen sein, denn auf der Computex in Taipei wurde ein Smartphone von Benq (kenne ich doch irgendwoher) mit NFC vorgestellt, wie area-mobile (07.06.2007) meldet :

… Neben einem TI OMAP Prozessor mit 260 MHz, 64 MB RAM und 256 MB ROM bauten die Taiwaner auch WLAN, eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Autofokus und einen MicroSD-Slot ein. Das Gerät beherrscht neben UMA (unterbrechungsfreier Wechsel von VoIP zu Mobilfunkgesprächen) auch NFC (NearFieldCommunication) und Bluetooth 2.0+EDR.

Na dann, ganz langsam geht es los.

Side-Loading, Downloads ohne Mobilfunk

June 3rd, 2007

Das Marktforschungsinstitut iSuppli warnt in einer aktuellen Studie die Netzbetreiber davor, sich allzusehr auf Geschäftsmodelle mit mobilen Musikdownloads zu verlassen, denn, man glaubt es kaum, Nutzer laden sich bevorzugt ihre Musik per USB oder per Lokalfunk auf das mobile Abspielgerät, sie betreiben Side-Loading (engl. iSuppli Artikel - 29.05., via Spiegel Online - 03.06.):

The marching orders from consumers are clear: They want content on their handsets to entertain them and to personalize their mobile-communication experience. However, all too often, consumers are looking elsewhere besides their wireless carrier to attain this.

Auf der Hardware Seite werden sich neben USB auch die lokalen Funktechniken stark weiter verbreiten:

By 2010, USB will still be included in 764 million wireless handsets shipped during the year and will be the most ubiquitous interface in the industry. However, the wireless alternative, Bluetooth, is gaining ground fast. By 2010, Bluetooth and USB will be available on nearly every handset, and WLAN and NFC will have established a significant market presence.

Side-Loading scheint mir mehr als eine Frage in der Wahl der Übertragungstechnologie, sondern auch ein kulturelles Phänomen zu sein. Kaum jemand hat die Zeit (und ggf. das Geld) sich auf dem Mobiltelefon durch Menüs zu drücken, um dann nach minutenlangen Downloads Musik zu kaufen, die einem dann vielleicht nicht mal gefällt. Die lustigen DRM-Massnahmen der Musikindustrie und mangelnde Auswahl bei den Downloadangeboten kommen noch erschwerend hinzu.
Der Vorteil bei Side-Loading ist, ich kann mir schnell und einfach meine Musik für den anstehenden Tag zurecht klicken, genau dann, wenn ich Zeit dafür habe. Der PC ist sowieso oft schon zur Medienzentrale geworden. Das spontane Austauschen von Musik per Lokalfunk zwischen Endgeräten ist eine weitere, wachsende Form der Kommunikation und wirkt vielleicht auch Image bildend.

Die spannende Frage ist nun, ob Musikdownloads und -verkäufe über Lokalfunk ein Geschäftsmodell sein werden. Mit NFC und schnellem Bluetooth sollen also in 2010 die Grundlagen dafür da sein. Vorausgesetzt die Software auf den mobilen Geräten steht dem nicht entgegen, was auch an den Netzbetreibern liegen wird, gibt es für Lokalfunk wichtige Vorteile:

  • Bluetooth über UWB/WLAN ist deutlich schneller als UMTS/HSDPA.
  • Der Bezahlvorgang per NFC könnte sehr einfach, schnell und sicher werden.
  • Werden die Inhalte inhaltlich auf die Umgebung abgestimmt (Ortbasierter Dienst - z.B. während eines Konzerts die CD des Künstlers kaufen, in der Disco den akuellen Song usw.), so werden spontane Käufe wahrscheinlicher.

Nokia NFC, JSR 257 & Blog

June 2nd, 2007

Nokia ist, soweit ich weiß, der erste und momentan einzige Telefon-Hersteller, der ein NFC Gerät im Portfolio hat. Wie so oft sind die Finnen sehr weit vorne, wenn es um innovative Funktechnologien geht (s.a. Bluetooth Entwicklung und sehr frühe WLAN-Integration). Es handelt sich dabei um das Series 40 Gerät 6131 NFC:

With Nokia 6131 NFC phone you can have your credit card, travel card and loyalty card in your phone and use it as a multi-purpose smart card.

The Nokia 6131 NFC supports JSR 257 for 3rd party NFC application developers.

(auf forum.nokia.com)

Die JSR 257 (Contactless Communication API) und das entsprechende SDK von Nokia erlauben jetzt die Entwicklung von NFC-Anwendungen bequem aus J2ME (Java) heraus.

Ein NFC spezifisches Blog mit einigen interessanten Einträgen für NFC Entwickler oder solche die es werden wollen ist http://www.nfc-development.org/, leider scheint dort in der letzten Zeit nicht soviel zu passieren, ich hoffe auf mehr.

(Bildquelle: Nokia)

NFC, Zwischenstatus

June 2nd, 2007

Im Stern findet sich ein kurzer Überblick über ein paar aktuelle NFC Tests (“Das Handy begleicht die Rechnung”):

Hanau: Handy Ticketing im ÖPNV

Caen, Frankreich: Payment im Supermarkt, Informationsdienste an Point-of-Interests und Marketing an Plakatwänden / CityLight Postern (Dazu gibts auch ein Video von Philips)

Atlanta, USA: Zugangskontrolle ins Stadion, Payment

Einen weiteren, ausführlicheren Überblick über internationale NFC - Pilotprojekte bietet ein Artikel auf IDSecureNews (Via Mobile Zeitgeist).

Nebenbei: einen (noch überschaubaren) Produktüberblick, aber auch News, Links und gut verständliche Informationen rund um NFC sind unter http://smartnfc.com zu entdecken.

(Bildquelle: NFC-Forum)

NFC Payment - “failed to inspire” ?

May 28th, 2007

Ein in vielfältiger Weise aufschlussreicher Artikel zu einem NFC Payment Pilotprojekt findet sich in Card Technology, gefunden bei Mobile Zeitgeist, dieser Zusammenfassung ist fast nichts hinzuzufügen.

Für folgende Probleme hätte ich einen Tipp ;)

And the downloading process was confusing for consumers and took a long time–on average about 5 minutes for each download. Some of the delays or unsuccessful downloads were caused by a failure of the phones to receive the SMS messages sent via the OTA platform vendor, he said.

Wer schon einmal versucht hat, einer Bank eine innovative Technologie näher zu bringen, wird den Artikel mit einem weinenden und einem schmunzelnden Auge lesen.

Bluetooth - only attitude counts

May 22nd, 2007

Wie heute bei heise (”Des Bluetooth neue WLAN-Basis”) oder auch connect gemeldet wird, hat die Bluetooth SIG Pläne vorgestellt, wie Bluetooth und WLAN (IEEE 802.11) in einem zukünftigen Bluetooth Standard zusammenkommen sollen.

Arbeitstitel: HS-Bluetooth, ich spekuliere gewagt, HS steht für Highspeed.

Mit UWB (Ultrawide Band) steht aber schon ein weiterer Hochgeschwindigkeits Nachfolger für Bluetooth vollständig bereit. UWB soll mit bis zu 480 MBit/s funken und wäre damit respektable 240 mal schneller als Bluetooth 2.0.

Zwei Dinge finde ich daran besonders interessant:

  1. Die Bluetooth SIG schafft es augenscheinlich mit ihrer Arbeit und Konzepten, andere Standardisierungsorganisationen zur Zusammenarbeit zu bewegen, erst die WiMedia Alliance (UWB), nun anscheinend die IEEE. Das ist nicht die Regel.
  2. Das Konzept der Bluetooth Profile hat sich als sehr sinnvolles, modulares und modernes Konstrukt erwiesen. Es ist anwendungszentriert und abstrahiert von den Protokollen und der Übertragungstechnik. Deshalb ist es möglich, dass man von Bluetooth über UWB oder bald vielleicht Bluetooth über WLAN sprechen kann.

Im nächsten Schritt könnte noch das komplementäre NFC mit Bluetooth verknüpft werden (schneller Verbindungsaufbau, sicheres, schnelles Pairing). Es wird irgendwann zwar die Funktechnik Bluetooth (1.x-2.x) langsam auslaufen, aber die Einstellung, wie Lokalfunk-Kommunikation gesteuert und angewendet wird, könnte dann sehr stark durch Bluetooth-Konzepte geprägt sein. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass dann Anwendungen interoperabel, günstiger und schneller entwickelt werden können.