Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

UK: Bluetooth Download Service in Kinos

July 4th, 2007

Mediaweek meldete am 5.6.07, dass in Grossbritannien sich die beiden Schwesterfirmen Primesight und Pearl & Dean zusammengetan haben, um in den Vue Multiplex Kinos einen Bluetooth Service anzubieten:

[The service] will allow advertisers to provide consumers with relevant downloadable content direct to mobile. Branded games, ringtones, video clips or music can be sold across either Primesight or Pearl & Dean and will be delivered remotely to each destination.

Das klingt nicht nur nach Marketing, sondern nach Verkauf von digitalen Inhalten. Leider wird nicht weiter auf den Technologie Lieferanten oder Details des Ablaufs eingegangen: wo wird gekauft, im Internet? direkt vor Ort? über welchen Kanal? usw. Wir werden sehen.
Grundsätzlich halte ich diese Form von Kooperationen zwischen Werbeflächenvermarktern, Contentlieferanten und den Betreibern eines Ladengeschäfts (Kino, Supermarkt, …) für sehr sinnvoll, denn dann sollten alle notwendigen Parteien einer solchen Aktion an einem Strang ziehen. Die Werbeflächenvermarkter haben in der Regel auch ideale Voraussetzungen, um schnell und ausreichend Werbekunden auf den Dienst zu bringen. In diesem Falle wird Toyota der erste Kunde sein. Der Dienst soll an 25 Standorten in UK starten und später auf 56 ausgeweitet werden. 58 Multiplex Kinos gehören insgesamt zu Vue, es ist damit nach eigenen Angaben der größte Betreiber von Multiplexen in UK.

In Deutschland hat BlueCell Networks ein Netz von Bluetooth Transmittern in Multiplex-Kinos aufgebaut, im Gegensatz zum hier beschriebenen Dienst sind aber nach den mir bekannten Informationen keine Werbeflächenvermarkter oder Inhaltelieferanten beteiligt. Das äußert sich dann z.B. so, dass zwar ein Bluetooth Transmitter im UCI Kino Friedrichshain steht, man dort aber nur ein paar sinnlose Bilder (Segelboot) oder von BlueCellNetwork selbstproduzierte Videos erhält. Es funktioniert grundsätzlich gut, aber in der Form, mit diesen Inhalten ist es natürlich nur sehr mässig interessant. Das dürfte in den Vue Kinos anders laufen.

“Unverständliches Kauderwelsch” - 2nd Mobile Media Summit

June 27th, 2007

Schon letzte Woche ist der 2nd Mobile Media Summit im Rahmen des 19.medienforum.köln zu Ende gegangen, heute habe ich einen Artikel bei heise.de dazu entdeckt: “Grey Global: Web 2.0 teuerstes Missverständnis seit New Economy” (20.6.2007).

Sensationelle Neuigkeiten sind meines Erachtens nicht zu vermelden, aber doch ein paar interessante Einschätzungen:

1. Alles außer SMS ist im Mobile Marketing noch Kleinkram nach Gregor F. Gründgens, Marketing-Direktor Coca-Cola Deutschland:

Der mobilen Werbe-Community sei es bis dato nicht gelungen, etwas zu finden, das so einfach zu handhaben sei wie SMS […] nur eine fünfstellige Anzahl Nutzer habe ein in den “Untiefen” des virtuellen Coke-Fridge abgelegtes WAP-Applet heruntergeladen.

2. Innovative Aktionen sind selten, werden aber durchaus angenommen:

Als Beispiel für erfolgreiches Mobile Marketing präsentiert Lippert [Ingo Lippert ist Vorstandsvorsitzender der MindMatics AG, Anm. lokalfunk] die Internet-Kampagne für die Markteinführung des VW Eos. […] Innovativ klingt die Idee, den Autokatalog als Java-Handy-Applet für Handy anzubieten. Wer im VW-Showroom die Bluetooth-Funktion seines Handys auf “sichtbar” gestellt hatte, wurde von einer Sendesäule per BT-Ping angesprochen. Ihr Einverständnis gaben rund 50 Prozent der angefunkten Nutzer.

3. Bernd M. Michael, Chairman der Grey Global Group beschrieb folgendes Problem:

Online-Werbern attestierte Michael, Etat-Verantwortliche in einem von unnötig vielen Anglizismen geprägten, unverständlichen “Kauderwelsch” anzusprechen, und ihre Kollegen vom Mobile Marketing seien auf dem besten Wege, gleichfalls infolge Kommunikationsdefizit mögliche lukrative Aufträge zu verpassen.

Ja und nochmals Ja, das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit speziellen “Experten” nur bestätigen. Der Inhalt einer Aussage wird nicht bedeutsamer, wenn jedes zweite Wort ein englisches Kunstwort oder eine Abkürzung ist (CpD, PoS, Showstopper, Conversion, G-Wert usw. usf.). Und es stimmt: sowas kann Aufträge kosten. Das sind natürlich Ausnahmen, aber wenn man an so jemanden gerät: schnell weg!

Wer die gleiche Erfahrung mit sinnlosen Fachtermini-Worthülsen gemacht hat, bitte gerne einen Kommentar oder E-Mail schreiben. Vielleicht wird ja eine Hitliste draus.
Meine aktuellen Lieblinge:

1. Content-Download-to-own
2. Loyalty Building
3. TelKo
4. Side-Downloading
5. Must-Have-Feature

Bluetooth Marketing - Patente

June 6th, 2007

Gestern fand ich auf OpenPR eine Meldung über die Gründung einer Außenstelle der Bluetooth Marketing Firma BlueCell Networks in England. So weit so gut. Dann las ich im obligatorischen Selbstdarstellungsabsatz am Ende jeder PR Meldung folgenden Satz, der mich aufhorchen ließ:

Das Unternehmen entwickelte mit beamzone® den weltweit ersten Bluetooth Handy Hotspot.

Hm. Da kam mir die Idee: gibt es dann nicht vielleicht am Ende ein Patent … ?
Ja, gibt es! Aber nicht von BlueCell Networks.

Es war die Lesswire AG aus Frankfurt/Oder, die im Jahr 2000 (BlueCell Networks GmbH wurde irgendwann Jan. 2004 gegründet) das Patent Nr. DE 100 09 148 A1 angemeldet hat:

Ortssensitives drahtloses Netzwerksystem mit einer Client/Server-Struktur, mit mindestens einem als Client fungierenden mobilen Objekt (1), mindestens einem Informationsserver (3) zum Liefern von Informationen, wobei der Informationsserver (3) eine Datenbank (10) zum Speichern von ortsrelevanten Ereignissen oder Informationen aufweist sowie mindestens einer Basisstation (2) zum Kommunizieren sowohl mit dem mobilen Objekt (1) als auch mit dem Informationsserver (3), wobei die Basisstation eine Abtasteinrichtung (5) zum Erfassen der in Reichweite (4) befindlichen mobilen Objekte (1) und eine Auswahleinrichtung (6) zum Vergleichen der in der Reichweite (4) der Basisstation (2) erfaßten mobilen Objekte (1) mit den in der Datenbank (10) gespeicherten Informationen und zum Auswählen der erfaßten mobilen Objekte anhand der in der Datenbank (10) gespeicherten Informationen aufweist.

(Nachzulesen beim Deutschen Patentamt:
http://publikationen.dpma.de/DPMApublikationen/qry_pat_beg.do
dort unter Dokumentenidentifikation die Nr. DE 100 09 148 A1 eingeben und Suche starten)

Zu deutsch: Ein zentraler Server ist mit min. einem Bluetooth Hotspot (Transmitter) verbunden. Der Hotspot kann die Entfernung messen (RSSI), über eine Datenbank die mobilen Endgeräte erkennen (Blueprinting) und liefert Informationen aus = Bluetooth Marketing System.

Ok, aber haben die Frankfurter das auch gebaut oder “einfach” nur das Patent angemeldet?
Vom 20.02.2001 datiert folgende Meldung bei Berlinews:

lesswire installiert in Hannover grösstes Bluetooth Netz der Welt
… Mit Hilfe des neuen internationalen Übertragungsstandards Bluetooth bietet lesswire dem Messebesucher mit seinem LocalNavigator die Möglichkeit interessenspezifische Informationen über Aussteller sowie deren Produkte zu empfangen, und hilft dem Besucher die interessantesten Neuerungen auf dem den direktesten Weg zu finden.

130 Basisstationen installieren die Techniker der lesswire AG und der Deutschen Messe AG, Hannover in der Hallendecke der Halle 13, um so in jedem Winkel der 25.000 qm Ausstellungsfläche eine optimale Navigations- und Orientierungsbasis zu schaffen.

Ab dann schien das Unternehmen sich aber strategisch in Richtung industrieller Lösungen im Kurzstreckenfunk/Netzwerk zu bewegen, auf jeden Fall ist es nicht im Bluetooth Marketing aktiv, soweit mir bekannt.

Also, die Krone des First Movers und Innovators geht vorerst nach Frankfurt/Oder.
Stellt sich noch die vielleicht etwas ungemütliche Frage, ob diese Patentgeschichte für irgendein bestehendes Bluetooth-Marketing Unternehmen noch zu einem Problem werden kann.

Bluetooth Marketing Einkaufstipps

May 27th, 2007

Erwägen Sie in Zukunft den Einsatz von Bluetooth Marketing? Das ist gut und fortschrittlich und kann sich sogar lohnen, falls einige Dinge im Vorfeld mit dem Dienstleister abgesprochen und ggf. dessen AGB geprüft wurden. Dazu einige Tipps:

  1. Lesen Sie das Bluetooth Manifest und fragen Sie den Dienstleister nach den einzelnen Punkten
  2. Insbesondere lohnt eine Bluetooth Kampagne nur dann, wenn ein Blueprinting vorhanden ist, wobei min. 150-200 der vor Ort gebräuchlichen mobilen Endgeräte erkannt werden sollten. Dies sollte der Dienstleister schriftlich garantieren. Ansonsten werden die Inhalte oft nicht korrekt auf dem Endgerät dargestellt. Wichtig ist auch das Land: in den USA sind z.T. völlig andere Geräte im Umlauf als in Europa …
  3. Sie sollten sich rechtlich insofern abzusichern versuchen, als dass der Dienstleister für die Rechtmäßigkeit der Kommunikationsform im Veranstaltungsland haftet (AGB!). Für Content-Push ist die Rechtslage nämlich noch nicht eindeutig geklärt. Für die Inhalte haftet natürlich der Hersteller/Anbieter.
  4. Rechnen Sie mit durchschnittlich 100 erfolgreichen Downloads pro Tag und Bluetooth Hotspot (Transmitter), falls Sie einen sehr guten Inhalt verteilen und deutlich auf diesen Service hinweisen. Unseriöse Anbieter können an gigantischen Versprechungen in dieser Hinsicht erkennbar sein. Mehrere Hotspots auf einem Punkt erhöhen meistens die Downloads nicht sonderlich.
  5. Beachten Sie alle Neben- und Folgekosten:
  6. Vermietungskosten sind klar, Vermietungsdauer beachten.
  7. Portokosten: können nicht unerheblich sein, gerade bei kurzen Events und Anbietern aus dem Ausland. Klären Sie früh, wer wann wohin (Messe!) die Geräte versendet und abholt!
  8. Setup-Gebühren: Einmal Kosten für Einrichtung usw.
  9. Wichtig: Bearbeitungskosten für zu versendende Inhalte! Meistens ist es notwendig, dass für einen zu versendenden Inhalt mehrere Varianten vom Kunden angeliefert werden müssen. So muss ein Bild z.B. in verschiedenen Auflösungen und Farbtiefen vorliegen (passend für die verschiedenen Endgeräte). Es reicht also nicht ein Bild sondern es sind eher 15-20 Bilder pro Inhalt. Liegt ein Inhalt nicht in allen oder nicht in der korrekten Form vor, so wird die Bearbeitung oft vom Bluetooth Marketing Dienstleister durchgeführt, was zu nicht unerheblichen Kosten relativ zum Vermietungspreis führen kann. Dieser Themenkomplex sollte im Vorfeld und früh genug mit dem Dienstleister genau geklärt und eventuell eine Pauschale für Inhaltsbearbeitung festgelegt werden.
  10. Zertifikate: Werden Programme (z.B. Spiele, “Informationsbroschüren” als Java Anwendung) so ist in jedem Fall ein Software-Zertifikat zu empfehlen. Klären Sie die Kosten und Details für die Zertifizierung. Hat der Dienstleister schon mal sein Zertifikat für einen anderen Kunden eingesetzt, so sollten die Kosten geringer sein.
  11. “Klassisches” Point-of-Sale Marketing: Denken Sie daran, dass Bluetooth unsichtbar ist, d.h. Ihre Aktion muss vor Ort deutlich durch Plakate, Leuchtsäulen usw. angekündigt und erklärt werden. Auf Messen haben sich (geschulte) Promotion Teams bewährt, die auch mal eine Frage eines Nutzers beantworten können. Beachten Sie die Kosten und Fristen für Plakatdruck, Einweisung der Promotion Teams usw.
  12. Achten Sie auf eine gewisse Verhältnismässigkeit der Preise zu den Herstellungskosten, dazu die beiden Anhaltspunkte (siehe auch diesen Post):
    • Ein Bluetooth Hotspot kostet im Einkauf ca. 400-800€.
    • Eine Leuchtsäule, wie hier beschrieben, kostet ca. 350,- €

Barcode Kommunikation & Blog

May 19th, 2007

In dem sehr interessanten neuen Blog mobile tagging (via Mobile Zeitgeist) erfährt der geneigte Leser sehr viel über die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich.
Barcodes sind ja nun nicht direkt Funktechnologie (die Frage, ob Licht nun Wellen oder Teilchen sind, außen vor gelassen), aber sie bieten eine einfache und spannende Alternative zu Funk in der mobilen Kommunikation. Sie werden im mobilen Marketing vor allem für die Übertragung von Weblinks zum schnellen Abruf Internetseiten verwendet, wer schon öfter über die Telefontastatur Links eingegeben hat, wird den Service unter Umständen zu schätzen wissen.

Die größten Vorteile gegenüber Bluetooth Marketing sind meines Erachtens:

  • Es ist keine Transmitterhardware vor Ort vonnöten, Barcodes sind einfach zu produzieren, sie kosten praktisch nichts. Ein einfaches Beispiel: beidatamatrix.kaywa.com kann man online kostenlos 2D-Datamatrix Codes genieren, s. Bild oben (Inhalt: Url dieses Blogs).
  • Die Kommunikationsinitiierung ist inhärent erlaubnisbasiert und unverdächtig.
  • Die transportierbare Datenmenge wächst und z.B. mit Vielfarbencodes können theoretisch bis 1.25GB kodiert werden (bei 256 Farben, Größe des Tags ?). Realistischer klingt der Vielfarbcode mit 24 Farben und 1.8MB, denn immerhin muss eine Mobiltelefonkamera und -Software das Ganze auch noch erkennen und verarbeiten.
  • Potentiell bedienungsfreundliche Technologie (zumindest der Kommunikationsvorgang an sich), Fotografieren kann fast jeder, wobei der Teufel im Detail steckt: verwackeln, Lichtverhältnisse, Software (Tag-Reader) notwendig usw.
  • Die Datenübertragung an sich dauert genau so lange, wie man braucht, um ein Foto des Tags zu machen.

Die Nachteile:

  • Noch ist die Datenmenge der verbreiteten Tags nicht ausreichend für wirklich interessante Inhalte. Das kann sich jedoch schnell ändern.
  • Die Tags sind nicht sehr ansehnlich, werden sie zu groß, so können sie sich negativ auf die Werbe-/Informationsfläche auswirken, sind sie zu klein, können sie nur wenig Information tragen. Eine Idee, die Tags attraktiver zu machen sind personalisierbare Tags, z.B. mit Bildlogo in der Mitte usw. (s. mobile-tagging)
  • Es muss eine Software auf dem Mobilgerät installiert sein, die Nutzbarkeit der Inhalte hängt stark von der Software ab.
  • Es existieren viele verschiedene Codes.
  • Der Zeitraum von Start des “Downloads” bis Nutzbarkeit des Inhalts wird in größerem Maße von der Software zur Dekodierung bestimmt. Bei größeren Inhalten und komplizierteren Codes kann das durchaus lange dauern. Bei entsprechend modernen “Computern 2.0″ dürfte das aber kein Problem sein.
  • Wie oben angedeutet: Die Tags müssen fotografiert werden und zwar so, dass die Software damit klar kommt. Bei wenig Licht, schlechter Kamera/Software oder deutlichem Tatterich kann das eine Frust produzierende Angelegenheit sein.
  • Mit RFID und NFC droht eine (Funk-) Technologie Konkurrenz, die einige der Probleme von Barcodes elegant löst und dieselben Vorteile besitzt.

Gerade der letzte Punkt ist eine spannende Frage, die sich auch in der Industrie zur Zeit stellt (z.B. bei der Auszeichnung von Waren usw.). Noch sind Barcodes weit verbreitet, auch weil sie noch deutlich günstiger sind. Doch RFID holt auf. Im mobilen Marketing findet NFC noch kaum statt. Doch auch das ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Frage der Zeit.

Mobilfunk vs. Lokaler Funk

May 18th, 2007

Wenn es um die langfristigen Perspektiven von Marketing und Inhaltsdistribution über lokalen Funk geht, so könnte man angesichts einiger absehbarer Trends folgende Überlegungen anstellen:

  1. Wenn mobiles Internet immer günstiger wird (mobile Flatrates), ist die Verbindungskostenfreiheit von lokalem Funk kein Vorteil mehr.
  2. GPS hält Einzug auf mobilen Geräten, die Ortsbasiertheit von mobilen Diensten ist dann kein Problem mehr, Bluetooth Marketing verliert einen weiteren wichtigen Vorteil.
  3. UMTS/HSDPA ist relativ schnell
  4. Payment ist möglich über die Telefonrechnung (Premium SMS usw.)
  5. alles zusammen wird echte ortsbasierte Dienste über Mobilfunk erlauben, die jedermann sofort nutzen kann, die nichts/wenig kosten und im Prinzip überall funktionieren, nicht nur an Bluetooth-/WLAN Transmittern.

Aus technologischer Sicht stelle ich folgende Thesen pro lokalem Funk auf:

Lokaler Funk …

  1. wird immer günstiger sein
  2. wird immer schneller sein
  3. wird immer weniger Strom und weniger Strahlung benötigen
  4. wird immer flexibler einsetzbar sein
  5. wird auf absehbare Zeit genauer, zuverlässiger, schneller und günstiger orten

… als Mobilfunk.

Denn lokaler Funk ist …

  1. Günstiger - für Betreiber: Keine hohen Investitionskosten in flächendeckende Infrastruktur, keine hohen, dauerhaften Unterhaltskosten, einfache Servicestruktur.
    Günstiger - für Nutzer: keine Kosten für Übertragung, keine oder geringere Kosten für Inhalte
  2. Schneller: Geschwindigkeit ist abhängig von Entfernung => eine Funkzelle deckt bis zu 40km ab, die Auslastung reduziert bei HSDPA die Geschw.; Nahbereich: 10cm – 100m; die neue UWB-Technologie ist um den Faktor 1200 schneller als UMTS und ermöglicht z.B. den Download einer ganzen CD in Sekunden.
  3. Weniger Strom/Strahlung: Höhere Entfernung => quadratisch wachsende Leistung => mehr Strahlung; Vergleich: GSM hat um Faktor 2000 höheren Leistungsbedarf als Bluetooth (Class 3).
  4. Flexibel: Netzkontrolle liegt beim Betreiber statt bei wenigen Telekommunikationsunternehmen; neue Services können schnell hinzugefügt werden; Abrechnungsmodelle flexibel & marktnah; Innovative Neuerungen sind schneller am Markt
  5. Genau, Zuverlässig, Schnell, Günstig: Die Ortung ist bei Lokalfunk inhärent & kostenfrei, bis zu wenigen cm genau; die Ortung per Funkzelle ist kostenpflichtig und ungenau (120m); Die Ortung per GPS ist nicht in Gebäuden möglich, langsam, oft nicht exakt genug.

Das größte Hindernis aber für ortsbasierte Dienste über Mobilfunk waren und werden auch in Zukunft wahrscheinlich die Mobilfunknetzbetreiber selber sein, denn die wollen und werden irgendjemanden für die Netznutzung zahlen lassen, in Zukunft eben nicht mehr vornehmlich den Endkunden, sondern vermutlich die Inhalteanbieter/Werbetreibenden.

WURFL - Best things in life are free

May 17th, 2007

Wer schon mal vor der Frage stand, wie in aller Welt man Tausende von Mobiltelefontypen, alle mit ihren Eigenheiten, in eine Datenbank bekommt und ständig pflegt, um damit ein WAP Portal oder ein wenig Bluetooth Marketing und Blueprinting aufzubauen, der kann wirklich abschätzen, was WURFL für die Entwicklung von Mobile Marketing - Systemen bedeutet.
Aber was ist das?

The WURFL is an XML configuration file which contains information about capabilities and features of many mobile devices.
The main scope of the file is to collect as much information as we can about all the existing mobile devices that access WAP pages so that developers will be able to build better applications and better services for the users.

Das heisst, mit dieser frei verfügbaren XML-Datenbank und den freien APIs in diversen Programmiersprachen kann zu fast jedem Mobiltelefon ermittelt werden, welche Features es besitzt (mp3,avi,E-Mail,WLAN,MMS, und viele viele Daten mehr). Die meisten Handy-Webportale und vor allem Hersteller von Marketing Systemen nutzen diese verlässlichen Daten, so auch die Firma exozet, die für die Wall AG die Bluetooth Marketing Software entwickelt hat und WURFL für die Auswahl der korrekten Inhalte in einer Bluetooth Kommunikation verwendet.
Ich konnte mich in einem Projekt auch selbst von der einfachen Integrationsmöglichkeit über die WURFL-Java API überzeugen.

Open Source Software und freie, verlässliche, umfassende Datenbank im Kontext (Mobile-) Marketing, das ist fast unheimlich, aber vor allem: wahnsinnig nützlich.

Zum Schluß noch ein kleiner Ausschnitt aus der Wurfl-XML Datei:


<device user_agent="Nokia6061" actual_device_root="true"
   fall_back="nokia_generic_series40_dp20" id="nokia_6061_ver1">
<group id="product_info">
	<capability name="model_name" value="6061"/>
</group>
<group id="display">
	<capability name="resolution_height" value="160"/>
	<capability name="max_image_height" value="128"/>
</group>
<group id="image_format">
	<capability name="colors" value="65536"/>
</group>
<group id="object_download">
	<capability name="ringtone_amr" value="true"/>
	<capability name="ringtone_awb" value="true"/>
	<capability name="ringtone_mp3" value="true"/>
	<capability name="ringtone_voices" value="16"/>
</group>
<group id="j2me">
	<capability name="j2me_screen_height" value="160"/>
</group>

Open Source Bluetooth-Marketing: Consola

May 13th, 2007

Habe mich schon ein wenig gewundert, dass es noch keine OpenSource Lösung zu geben schien. Durch Zufall über einen Kommentar in Otaku, Cedric’s weblog bin ich auf die Software Consola gestoßen. Es handelt sich dabei um eine Anwendung für Apple ab Mac OS X Tiger.
Funktionen sind z.B. Blacklists (nach Ablehnung), zeitbasierte Aussendung verschiedener Inhalte. Angaben zu einem Blueprinting habe ich nicht gefunden, was schade ist, da es die Nutzbarkeit stark einschränken würde.
Nun ja, aber immerhin!
Ob Consola nun eine Firma oder ein Projekt ist, wird nicht so ganz klar (so ein Impressum ist schon eine gute Sache). Auf jeden Fall bieten Sie auch ein System inkl. Hardware und Inhalteerstellung als Dienstleistung an.





Als Hardware wird ein Mac Mini benutzt und das kann gut funktionieren, zumindest für Events im Innenbereich. Das Ding ist recht klein, locker leistungsfähig genug, sieht sehr gut aus und etwas ältere Modelle bekommt man für um die 450 Eur würde ich schätzen. Neu kostet der günstigste Mini um die 600,- Eur (z.B. bei amazon).

(Bildquelle: Consola)

Der Preis für Bluetooth Marketing

May 12th, 2007

Im allgemeinen werden konkrete Preise für Bluetooth Marketing nicht auf der Anbieterwebseite, sondern nur auf Anfrage kommuniziert. Ein wenig Verständnis muss man haben, da der tatsächliche Aufwand vor allem bei Events nicht nur von Anzahl und Dauer der vermieteten Geräte, sonderen von Zusatzleistungen abhängt, wie Beratung von Kunden (das Medium ist ja für fast alle Kunden neu), Eventdurchführung/-überwachung und Inhaltspflege, soweit diese Leistungen vom Anbieter angeboten werden. Nicht zuletzt hängt der Preis von den Features und dem Aufwand für deren Entwicklung ab. Fortgeschrittene Systeme, die z.B. die hier vorgeschlagenen Regeln implementieren, sind gegenüber mobilen Bluespamming-Maschinen natürlich etwas teurer, die Nutzer werden es aber danken.

Meinen Recherchen nach existieren bei professionellen Bluetooth Marketing Systemen (s. Architektur) in der Vermietung meist folgende Rechnungsbestandteile:

  1. Pauschale (klein pro System oder größer pro Auftrag): Für z.B.: Einrichtung des Systems, einen Inhalt aufspielen, Versand der Geräte
  2. Vermietung pro System (meist gestaffelt nach Dauer und Anzahl): Bluetooth Transmitter + Verwaltung der Kampagne(n) über Distributionsserver + WebCMS oder Statistik Tool
  3. Stundenbasierte Abrechnung von Zusatzleistungen: Beratung, Inhaltspflege, …
Eigenentwicklung, Statistik Bluetooth Downloads
Bluetooth-WebCMS, Eigenentwicklung

Andere Modelle sind mir noch nicht untergekommen, gleichwohl denkbar wäre z.B. die Abrechnung nach Anzahl Downloads ähnlich der Online-Werbung. Aber das lohnt sich wohl für die Anbieter noch nicht wirklich ;)

Preisschätzung Vermietung
Wie am 23.01.2007 bei golem.de (s.a. mein Post dazu) gemeldet wurde, setzt Ströer ein Bluetooth Marketing System an 30 festen Standorten in Deutschland ein. Dankenswerterweise sind hier die Preise und hier die Details als PDF, Stand 13.05.2007, angegeben. In folgender Beispielrechnung wird von diesen Preisen ausgegangen, alle darüber hinaus gehenden Annahmen gehen ausschließlich auf meine persönlichen Erfahrungen mit anderen Systemen/Anbietern zurück:

  1. Pauschale: 300,- Eur einmalig
  2. Miete: 50,- Eur/Tag und Werbeträger

Beratung wird nicht berechnet, müssen Mediadaten erstellt oder modifiziert werden, so werden diese stundenweise abgerechnet (z.B. mit 75,- / h).

Beispielrechnung
Ein Werbetreibender bucht eine 10-tägige Kampagne auf 6 Berliner Standorten. Alle Inhalte werden perfekt angeliefert (sehr sehr selten).
Die Kosten für das Bluetooth Marketing sollten also sein: 300,- Eur + 10 * 6 * 50,- Eur = 3300,- Eur.
Realisterweise fallen noch min. 4h Bearbeitunsgebühr an: 4*75,- Eur + 3300,- Eur = 3600,- Eur.

Was kann man erwarten?
Als Werbetreibender interessiert ja am Ende des Tages die Anzahl der Downloads und in der Abschlussrechnung der Preis pro Download als einfachstes Vergleichskriterium gegenüber anderen Medien. Im nächsten Schritt ist eine Betrachtung des Feedbacks oder der Conversation-Rate von Gutscheinen o.ä. sinnvoll.
Meine Erfahrungen mit Kampagnen im Außenwerbungsbereich zeigten eine durchschnittliche Downloadrate von 100-120 pro Tag. Diese Zahlen können recht deutlich variieren, nicht zuletzt auch abhängig vom angebotenen Inhalt.

Das bedeutet für den Einzelkontaktpreis: insgesamt wären für das o.a. Szenario 100 Downloads * 10 Tage * 6 Standorte = 6000 Downloads denkbar.
Daraus folgt, dass 1 Download den Werbetreibenden 3600 Eur / 6000 Downloads = 0,6 Eur kostet, also ein TKP (Tausenderkontaktpreis) von 600,- Eur.

Zu beachten ist, dass bei sehr interessanten oder werthaltigen Inhalten (Gutscheine, Trailer) die Conversion Rate sehr groß sein kann (soweit messbar), oft um Größenordnungen über denen von z.B. Handzetteln oder Plakaten.

Es bleibt anzumerken, dass der Tagespreis pro Gerät um schätzungsweise das Dreifache höher liegen kann, wenn nur kurzzeitige Events mit wenigen Bluetooth-Transmittern gebucht werden (z.B. auf Messen, Konzerten usw.).

Bluetooth Marketing - Inhalte & Form Vol. 1

May 9th, 2007

So ein neuer Kommunikationskanal steht und fällt nicht nur im Hinblick auf Bedienbarkeit und Sicherheit sondern natürlich wie und was darüber gesendet wird und werden kann.
Im Kontext Bluetooth ist es theoretisch möglich, alle Formen von Dateien zu versenden, binär und Text. Dann kommt es darauf an, wie die konkreten Implementierungen auf den Mobilgeräten mit den ankommenden Daten umgehen.
Die erste Einschränkung ist, dass zunächst relative Referenzen nicht aufgelöst werden können, d.h. es macht nur Sinn Inhalte zu verschicken, die genau in einer Datei sind und keine lokalen/relativen Referenzen haben (z.B. HTML-Seiten mit Bildern => href=”/images/bild.gif” geht hier natürlich nicht).

Desweiteren muss das Zielgerät das Format korrekt darstellen können und genug Speicher frei haben. Aber da sieht es ganz gut aus, die meisten Geräte kommen ja inzwischen mit gif, mp3, avi usw. klar und besitzen deutlich MB.

Ein anderes Problem ist, dass manche Mobilfunknetzbetreiber die Bluetooth Schnittstelle softwareseitig eines Teils ihrer Funktionen berauben. Im Falle Verizons, eines der größten Provider in den USA, macht es Bluetooth Marketing dort sehr schwierig.
Auch Vodafone etabliert die sehr zweifelhafte Tradition, sinnvolle Funktionen zu deaktivieren, sowohl bei Bluetooth als auch aktuell in UK durch Entfernen der VoIP Fähigkeit aus dem N95 (The Register, gef. bei smstextnews.com).
Ich unterstelle da mal einfach, dass Sorge um die Sicherheit der Kommunikation nicht die primäre Motivation ist, sondern eher die Sorge, dass das kostenlose Bluetooth und das günstige VoIP den Gewinn schmälern.

Zuletzt ist es eine Frage der Geschwindigkeit, wie große Inhalte sinnvollerweise angeboten werden können. Bluetooth übertragt in den 1.x Versionen ca. 0,7 MBit/s netto, in BT 2.x+EDR ca. 2,2 MBit/s netto. Netto bedeutet hier: effektive, für Nutzdaten verwendbare Datenrate. Funken ein 1.x und ein 2.x Bluetooth Gerät miteinander, so kann natürlich nur die 1.x Geschwindigkeit genutzt werden. Noch haben die meisten Mobiltelefone Bluetooth 1.x verbaut, neuere kommen auch mit 2.x.
Aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit sollten also Inhalte eine bestimmte Größe nicht überschreiten.
Zwischenrechnung:

  • 0,7 Mbit/s geteilt durch 8 (Bit) sind 87,5 KByte/s.
  • Nehmen wir an, ein mp3 in CD Qualität (128kbps) von 3MB Größe soll übertragen werden, so dauert das also mit Bluetooth V1.x = 3000 KB / 87,5 KB/s = 34 sek.
  • Das ist noch gut zu machen, würde ich sagen. Mit GPRS (53 Kbit/s) würde das Ganze 7,54 minuten dauern, mit UMTS (300 KBit/s) immer noch 80 sek., allerdings kostet das Geld ;)

(Bild Quelle: Nokia)