Es ist schon ein paar Monate her, seit das Berliner aka-aki Team den Betatest ihrer mobilen- und Bluetooth Community gestartet haben (s. Posts mobiles-soziales-netz, Juli 2007 und Social Networking über Bluetooth, Mai 2007), doch das Warten und Testen hat sich gelohnt und am 2. April startet aka-aki den Live-Betrieb.
Es ist ja leider nicht mehr unbedingt üblich, dass, wie anscheinend hier der Fall, Software ausreichend getestet wird und noch Feedbacks der Nutzer berücksichtigt werden können.
Inzwischen ist aus dem Diplomprojekt auch eine GmbH entstanden, es bleibt zu hoffen, das Ganze wird nicht ZU professionell ;-)
Lokalfunk wünscht alles Gute!
Ein bisschen was ist doch noch passiert, so hat der Außenwerber Ströer am 21.02.2008 angekündigt, sein Bluetooth Marketing Netz von derzeit ca. 30 Standorten ab April auf 300 Standorte in ganz Deutschland auszubauen (Quelle: Ströer Pressemeldung). Es scheint also, dass die bisherigen Erfahrungen mit dem Medium entsprechend vielversprechend waren. Ströer nutzt für seine Bluetooth Poster Technologie von Bluecell Networks.
Was tut die Konkurrenz?
Von JCDecaux ist weniger zu sehen, außer dass sie an der großen Mars Bluetooth Marketing Aktion beteiligt waren. Augenscheinlich installiert JCDecaux die Technologie nur auf Anfrage.
Die Wall AG wiederum ist ebenfalls mit einem eigenen Netz (= fest installierten Sendern) am Markt präsent und besitzt laut aktueller Preisliste zur Zeit 169 Bluetooth Sender in City-Light Postern. Preislich attackiert Wall mit 25,- Eur / Tag / Sender gegenüber den (noch) aktuellen 50,- Eur / Tag / Sender lt. akt. Ströer Preisliste. Beim Vergleich der Preise gilt es jeweils die in den Preislisten angebenen Bedingungen zu beachten.
Es wird interessant zu beobachten sein, wie in der Zukunft mehrer Bluetooth Marketing Aktionen gleichzeitig, über mehrere hundert Sender angenommen werden. Hier entstehen mittlerweile langsam Netze, die eine kritische Marke übersteigen und die eine ganz eigene Dynamik, aber auch höhere Anforderungen an die Technologie und den Datenschutz stellen. So sollte z.B. sichergestellt sein, dass innerhalb einer Stadt ein Nutzer nicht mehrere Male denselben Inhalt von verschiedenen Säulen erhält ( = Spam ). Mit wachsender Anzahl der Sender steigt die Wahrscheinlichkeit hierfür schnell an, falls nicht entsprechend alle Sender miteinander vernetzt sind und sich ständig untereinander über erfolgreiche Downloads unterrichten.
Eine weitere Frage ist, wie gut Senderhardware extreme Temperaturen verkraftet. In City-Light Postern, die direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, kann es auch schon mal > 70 Grad Celsius heiß werden. Ob sich dann der Klingelton noch zum Mobiltelefon quälen mag?
wünscht Lokalfunk und vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
P.S.: Wer es noch nicht kennt - ein Geschenktipp für das stilvolle Telefonieren ist sicher das Retro Bluetooth Phone, bestehend aus: einem Telefonhörer ohne Kabel! Siehe z.B. retrobluetooth.com oder in Deutschland design-3000.de.
Die Online Ausgabe der Rhein-Zeitung meldete am 13.12.07, dass in den nächsten Monaten schrittweise ein Bluetooth basiertes Informationssystem in Koblenz installliert werden soll, mit dem interessierte Besucher an ausgewählten Standorten Details zu Sehenswürdigkeiten sowie Veranstaltungshinweise auf ihr Mobiltelefon laden können:
Mittels der Bluetooth-Technologie, die die meistens Handys besitzen, kann der Besucher dann beispielsweise vor dem Deutschen Eck ein Video auf seinem Handy empfangen, das die Geschichte des Denkmals erzählt.
Installiert werden sollen die Sendestationen in den kommenden Monaten zunächst an 20 verschiedenen Standorten in der Stadt. Die Reichweite der jeweiligen Standorte, zu denen unter anderem der Bahnhof zählt, beträgt zwischen 30 und 50 Metern.
Auftraggeber ist die Koblenz-Touristik, das “Netz” liefert das Koblenzer Unternehmen Kevag Telekom, den Bluetooth Part entwickelte Koblenzer IT-Firma “WizAI solutions GmbH”. Mit Netz ist wahrscheinlich die Infrastruktur über Mobilfunk für die Vernetzung der einzelnen Bluetooth Stationen gemeint.
Interessant ist u.a., wie lokale Unternehmen hier sinnvoll zusammenarbeiten um, soweit ich das überblicke, das erste, “stadtweite” und dauerhafte Informationsnetz über Bluetooth zu realisieren. Diese Form stellt größere Anforderungen im Betrieb, z.B. an die Verlässlichkeit der Komponenten und die Informationsverteilung, als die bekannten Aktionen auf Messen etc. mit einzelnen Bluetooth Stationen. Außerdem bekennt sich mit der Koblenz-Touristik eine städtische Institution zu dieser Form der Informationsverteilung und investiert in sie.
Auch der EU erschien dies anscheinend förderungswürdig:
Die Koblenz-Touristik wird in Betrieb und Ausbau des Systems in den kommenden drei Jahren 240.000 Euro investieren. Rund 50.000 Euro werden dabei von der EU getragen.
Bluetooth Marketing ist eine relativ junge Form des mobilen Marketings mit Potential und mit einigen Besonderheiten. Es ist keine ganz neue Technologie mehr, es existieren bereits eine Handvoll Unternehmen in Deutschland, die alle schon bedeutende Kunden als Referenz nennen können und größere Aktionen durchgeführt haben.
Die Zeit ist also reif, das Thema detaillierter und praxisbezogen zu behandeln und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten existieren und welche Dinge sehr konkret beachtet werden müssen.
Der Bluetooth Marketing Leitfaden ist gerichtet an Werbetreibende, Agenturen, Marketingabteilungen und alle an Bluetooth Marketing Interessierten, gedacht als Vorbereitung zu Gesprächen mit Dienstleistern, um Aktionen besser planen zu können oder einfach, um sich zu informieren.
Folgende Themen werden unter anderem behandelt:
Der Markt für Mobile Marketing und die Rolle des Bluetooth Marketings
Einsatzmöglichkeiten, Erfolgsfaktoren und Kosten
Bluetooth Technologie und Formen des Bluetooth Marketings
Rechtliche Aspekte: Spam, Urheberrecht und Haftung
Regeln für gutes Bluetooth Marketing
Projekt Checkliste
Der Bluetooth Marketing Leitfaden kann nach einer Registrierung kostenfrei unter www.bt-leitfaden.de heruntergeladen werden.
Herzlichen Dank an die Autorenkollegen, Heike Scholz von Mobile Zeitgeist und Dr. Thomas Sassenberg von der Kanzlei Schalast & Partner für die hervorragende Zusammenarbeit in den letzten Wochen !!
Wie die PC-World berichtet, hat sich die Bluetooth SIG entschlossen, Bluetooth über WLAN zu forcieren, um kurzfristig höhere Übertragungsgeschwindigkeiten insbesondere auf Mobiltelefonen zu ermöglichen. Dieser Schritt geschah allerdings nicht ganz freiwillig. Eigentlich war UWB als Übertragungstechnologie eingeplant, doch anscheinend gibt es hier Schwierigkeiten, die die Telefonhersteller nervös werden lassen:
“We have got to be realistic,” said John Barr, chairman of the Bluetooth Special Interest Group (SIG) board of directors, and director of standards realization at Motorola. “Ultra-wideband silicon vendors are not delivering anything close to what they have promised.”
Ist UWB damit komplett aus dem Rennen? Nein, nur aufgeschoben:
“We want to use the radio that is already there,” agreed Patric Lind, senior specialist in local connectivity at Sony Ericsson. “We want to use Wi-Fi first, but we aren’t excluding UWB. It takes a while before a technology works properly.”
Ich glaube nicht, dass dieser Idee eine glorreiche Zukunft beschienen ist, es klingt mehr nach Drohgebärde, um die Produzenten von UWB Chips anzutreiben. Grundsätzlich ist es zwar denkbar, dass Bluetooth als Kommunikationsprotokoll über WLAN als Übertragungstechnologie gestülpt wird (“Regenschirmstrategie”) . Andererseits sind beide Technologien zumindest auf Mobiltelefonen in wichtigen Punkten komplementär.
Bluetooth Profile erleichtern vor allem AdHoc-Verbindungen, das Haupteinsatzgebiet von WLAN ist der (dauerhaftere) Zugang zum Internet
Bluetooth verbraucht viel weniger Strom und strahlt geringer als WLAN
Bluetooth benötigt praktisch keine Konfiguration, WLAN einrichten am Mobiltelefon ist komplizierter
Die Sicherheitskonzepte unterscheiden sich in wesentlichen Punkten
UWB liegt da viel näher an den Kernanwendungsgebieten von Bluetooth auf Mobilgeräten und scheint die “natürlichere” Variante. Wie genau sich SIG das Zusammenwachsen beider Technologien vorstellt, wird sich hoffentlich in Bälde zeigen.
Es steht mittlerweile außer Frage, dass Bluetooth-Kampagnen als Spam wahrgenommen werden können. Die Frage aber, wie und wann Bluetooth Marketing rechtlich sicher betrieben werden kann, harrte bis jetzt einer qualifizierten Antwort. In der aktuellen Ausgabe (Oktober 2007) der Zeitschrift “Kommunikation & Recht” (Verlag Recht und Wirtschaft, Frankfurt a.M.) wird das Thema nun erstmals von den Juristen Dr. Thomas Sassenberg und Dr. Ernst Georg Berger grundlegend behandelt (s. dazu auch Mobile Zeitgeist) . In ihrem Artikel “Rechtliche Zulässigkeit von Werbung via Bluetooth” kommen sie u.a. zu folgenden Ergebnissen (Anm. von Lokalfunk innerhalb []):
Eine unzumutbare Belästigung stellt bereits die Anfrage dar, ob der angebotene Inhalt vom [Bluetooth -] HotSpot heruntergeladen werden soll. Dadurch, dass auf dem Handy eine Mitteilung (”Ein Download liegt für Sie bereit”) erscheint, findet bereits ein Eingriff in die Privatsphäre statt.
und
Eine konkludente [aus dem Zusammenhang erschließbare] Einwilligung kann derzeit noch nicht darin gesehen werden, dass das Handy für den Hotspot sowohl sichtbar als auch aktiv ist.
Es ergibt sich: Download Nachricht und aktiv-/sichtbares Bluetooth stellen zur Zeit keine ausreichende Einwilligung (OptIn) dar!
Diese Frage ist zentral für die Bewertung des OBEX-Push Verfahrens an sich, mit dem die überwiegende Anzahl der Bluetooth Marketing Kampagnen bisher durchgeführt wurden.
Halten sich die Anbieter von Bluetooth Marketing Kampagnen an bestimmte Grundsätze, so gibt es aber Möglichkeiten, Bluetooth Marketing auf rechtlich sicherem Boden durchzuführen, eine wichtige ist laut den Autoren das “TouchIn” (vgl. auch Bluetooth Marketing Manifest und TouchOptIn):
Als ausreichend im Rahmen der vorherigen Einwilligung ist jedoch das sog. “TouchIn” anzusehen. Dies bedeutet, dass ein Nutzer nur dann kontaktiert wird, wenn er sein Mobiltelefon nahe an einen bestimmten Punkt hält, wobei hier häufig ein Abstand von 50cm gewählt wird.
Es gibt Neuigkeiten zum lustig-traurigen Dauerthema: “Mobiltelefone mal anders nutzen”. AreaMobile berichtete am 5.10. über eine Stellungnahme des Bundesinnenministeriums:
Von keiner der Strafverfolgungsbehörden des Bundes werden Handys als Abhörgeräte genutzt.
[…] über die Verwendung der Technik durch die Geheimdienste könne man nur das zuständige parlamentarische Kontrollgremium informieren – unter Ausschluss der Öffentlichkeit selbstverständlich.
Interessanter der Tipp des hochgeschätzten Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wie man sich gegen die Fremdbestimmung seiner Kommunikationsmittel schützen könne:
Demnach sei die sicherste Art vor Missbrauch, das Mobiltelefon zu Hause zu lassen
Wie heise.de gestern meldete, versucht sich Vodafone am Jugendschutz, auf verblüffende Weise:
Mobilnetzbetreiber Vodafone D2 trommelt für den Jugendschutz auf Handys, die sich in der Hand von Kindern und Jugendlichen befinden. Die Deutschland-Chefs von Vodafone und des Handy-Herstellers Samsung stellten laut dpa eine spezielle Version des Samsung-Handys D900i am Donnerstag in einer Düsseldorfer Schule vor, das für die Abschaltung der werksseitigen Bluetooth-Funktion vorbereitet ist. Auf diese Weise wollen die Firmenbosse der Verbreitung von jugendgefährdenden Bildern und Videos Einhalt gebieten, die Handys wie das 900i in hoher Qualität aufnehmen können.
Da fällt es schwer, den schwachsinnigsten Teil dieser Idee zu finden, vielleicht: Warum ein Mobiltelefon mit Bluetooth kaufen, wenn es dann deaktiviert wird? Warum eines mit Kamera? Warum nicht seine Kinder so erziehen, dass sie lieber Fussball spielen? Warum sponsert Vodafone keine Organisation, die sich um Opfer kümmert oder baut ein Gerät für schwer erziehbare Jugendliche, am Besten aus weichem Plastik, damit es nicht als Waffe benutzt werden kann? Warum der Zugang zum Internet nicht auch gleich abgeschaltet wird, über den genauso widerwärtiges gefunkt werden kann, bleibt ein absolutes Rätsel.
Abschließend sei eine ungefähre Schätzung der Wirksamkeit in Bezug auf Verhinderung von Gewalt und deren Verbreitung erlaubt: 0
Wie die Bluetooth SIG meldete, wurde die Spezifikation für die neue Version 2.1+EDR angenommen. Die ersten 2.1 Bluetooth-Geräte sollen bereits Ende 2007 im Handel erhältlich sein.
Zwei wesentliche Neuerungen bringt der neue Standard:
Die Kopplung (Pairing) zweier Bluetooth Geräte soll vereinfacht werden. Es darf vermutet werden, dass das bisherige System von vielen Nutzern nicht so recht durchschaut wurde und nicht intuitiv genug ist. Dem soll auf verschiedene Arten abgeholfen werden:
Ein neuer Kopplungsmodus, bei dem gar keine PIN Eingabe mehr nötig ist, gedacht z.B. um sein neues Headset schneller mit dem Telefon zu koppeln.
Für andere, sicherheitskritischere Anwendungen gibt es das PIN-basierte Verfahren, allerdings mit anderem Wertebereich: 6 Stellen numerisch, statt bis zu 16 stellig alphanummerisch.
Mit Version 2.1 ist bereits das schnelle Koppeln über NFC (Near Field Communication, basierend auf RFID-Chips) spezifiziert. Hiermit reicht ein kurzes Aneinanderhalten der zu koppelnden Geräte aus. Allerdings unterstützen bisher erst sehr sehr wenige Mobiltelefone NFC.
Der Stromverbrauch soll sich mit Version 2.1 stark reduzieren und die Batterielaufzeit je nach Anwendung um max. den Faktor 5 erhöhen.
Michael Foley, Vorsitzender der Bluetooth SIG, erklärt im folgenden Video mehr zu der neuen Version: