Bluetooth über WLAN
November 7th, 2007Wie die PC-World berichtet, hat sich die Bluetooth SIG entschlossen, Bluetooth über WLAN zu forcieren, um kurzfristig höhere Übertragungsgeschwindigkeiten insbesondere auf Mobiltelefonen zu ermöglichen. Dieser Schritt geschah allerdings nicht ganz freiwillig. Eigentlich war UWB als Übertragungstechnologie eingeplant, doch anscheinend gibt es hier Schwierigkeiten, die die Telefonhersteller nervös werden lassen:
“We have got to be realistic,” said John Barr, chairman of the Bluetooth Special Interest Group (SIG) board of directors, and director of standards realization at Motorola. “Ultra-wideband silicon vendors are not delivering anything close to what they have promised.”
Ist UWB damit komplett aus dem Rennen? Nein, nur aufgeschoben:
“We want to use the radio that is already there,” agreed Patric Lind, senior specialist in local connectivity at Sony Ericsson. “We want to use Wi-Fi first, but we aren’t excluding UWB. It takes a while before a technology works properly.”
Ich glaube nicht, dass dieser Idee eine glorreiche Zukunft beschienen ist, es klingt mehr nach Drohgebärde, um die Produzenten von UWB Chips anzutreiben. Grundsätzlich ist es zwar denkbar, dass Bluetooth als Kommunikationsprotokoll über WLAN als Übertragungstechnologie gestülpt wird (“Regenschirmstrategie”) . Andererseits sind beide Technologien zumindest auf Mobiltelefonen in wichtigen Punkten komplementär.
- Bluetooth Profile erleichtern vor allem AdHoc-Verbindungen, das Haupteinsatzgebiet von WLAN ist der (dauerhaftere) Zugang zum Internet
- Bluetooth verbraucht viel weniger Strom und strahlt geringer als WLAN
- Bluetooth benötigt praktisch keine Konfiguration, WLAN einrichten am Mobiltelefon ist komplizierter
- Die Sicherheitskonzepte unterscheiden sich in wesentlichen Punkten
UWB liegt da viel näher an den Kernanwendungsgebieten von Bluetooth auf Mobilgeräten und scheint die “natürlichere” Variante. Wie genau sich SIG das Zusammenwachsen beider Technologien vorstellt, wird sich hoffentlich in Bälde zeigen.











