Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

Interview: Jörg Rudroff

E-Mail Interview vom 25.07.2007 mit Jörg Rudroff
Interviewreihe Bluetooth Marketing im Einsatz

Wie lautet der Name des Unternehmens, die Gesellschaftsform und das Gründungsjahr?
BlooZone©
Rudroff Jörg & Mayer Frank GbR
2006

Wie lautet Ihr Name, welche Position im Unternehmen haben Sie inne?

Jörg Rudroff
CEO

In welchen Geschäftsfeldern ist das Unternehmen tätig, welche Produkte/Dienstleistungen werden angeboten?

Bluetooth Marketing
-> Bereitstellung, Vermietung, Verkauf von BlooZone Systemen, Kampagnen Kreation, etc.
Mobile Content Creation
Mobile Web
Mobile Social Community
Mobile Software Solutions

Ist das Bluetooth Marketing System Ihres Unternehmens eine Eigenentwicklung?

Gemeinschaftsentwicklung

Welches Potential sehen Sie bei Marketing/Informationsverteilung über Bluetooth und anderen lokalen Funktechnologien?

Sehr hohes Potential schon durch die hohe Verfügbarkeit alleine an BT-Schnittstellen. In Deutschland übersteigt die Anzahl der mobilen Endgeräte die Einwohnerzahl. Das Handy ist gerade bei der Zielgruppe der 14-35-Jährigen ein persönlicher Gegenstand mit Lifestyle-Charakter und nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken. Zusätzlich werden aktuelle Modellreihen mit immer vielfältigeren Funktionsweisen ausgestattet. Auch Displays werden größer, so dass sich Content (jeglicher Art) gut darstellen lässt. Dennoch steckt LBS und Proximity Marketing noch in den Kinderschuhen, auch wenn das Thema innerhalb der klassischen Werbebranche zunehmend in den Fokus rückt.

[Location Based Services, engl. = Ortsbasierte Dienste; Proximity Marketing, engl. = Marketing im Nahbereich, meist im Zusammenhang mit lokalem Funk verwendet, Anm. v. Lokalfunk.net]

Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass Bluetooth-Marketing aufgrund aktuell sich abzeichnender Entwicklungen (Mobilfunkflatrates und GPS
Empfänger/NFC/RFID in Mobilgeräten => Download und Ortsbestimmung überall und kostengünstig) an Bedeutung verliert?

Gering, denn kostengünstig ist für den User attraktiv, kostenfrei aber attraktiver. Zusätzlich werden Mobile Flatrates noch sehr stark von den Netzprovidern zurück gehalten bzw. eingeschränkt (z.b. kein instant messaging möglich). Nach einer kompletten Marktöffnung für mobile Flatrates würde mit SMS & Co. mittelfristig eine äußerst lukrative Sparte wegbrechen.

Halten Sie den Vertrieb von kostenpflichtigen Produkten im Kontext Bluetooth Marketing / lokaler Funktechnologie für ein Geschäftsmodell? Welche Technologien sind dabei entscheidend (Premium-SMS, NFC, andere)?

Wir sind von der Idee der ‚Kostenfreiheit’ grundlegend überzeugt und werden daher auch nicht beginnen, sozusagen durch die Hintertür, kostenpflichtige Services anzubieten. Derlei gibt es genug.

Wie schätzen Sie die Nutzerakzeptanz und Realisierbarkeit ein für …

a. interaktive Anwendungen über Bluetooth, d.h. auch Nutzer senden Daten an den Bluetooth-Hotspot?

Durchaus realisierbar und auch interessant.

b. Nutzer kommunizieren über eine spezielle Software (J2ME/Symbian …)
auf dem mobilen Gerät mit BT-Hotspots?

siehe a.)

c. WLAN und Infrarot basierte Marketing Lösungen?

  • Infrarot ist in vielerlei Hinsicht sehr unattraktiv, User-unfreundlich und veraltet.
  • WLAN mag in den kommenden Jahren durchaus ein Thema werden.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Endnutzerakzeptanz gesammelt und wie stark wirkt sich dabei die meist negative Berichterstattung über die allgemeine Bluetooth-Sicherheit (Viren, Sicherheitslücken) aus?

Der Erfolg einer BT-Kampagne steht und fällt mit den Promotionmaßnahmen, d.h. es sollte vor Ort direkt auf den mobilen Service aufmerksam gemacht, die Anwendungsschritte möglichst einfach kommuniziert und idealerweise, gerade zu Beginn der Kampagne, Medienübergreifend beworben sein. Ebenso sollten Werbetreibende die kostenfreie Distribution der Inhalte nicht als reine Werbeattacke auf mobile Endgeräte verstehen, sondern versuchen durch eine sorgfältige Auswahl der Inhalte einen hohen Unterhaltungswert zu vermitteln. Letztlich ist das Handy ist ein sehr persönlicher Gegenstand und niemand kann daran interessiert sein, es wie einen Briefkasten für allerlei Werbeprospekte zu sehen.
Das Thema Bluetooth-Sicherheit spielt momentan in den Medien eine Rolle, bei tatsächlichen Einsätzen haben wir keine negative Erfahrungen gesammelt, d.h. auch nicht auf eine möglicherweise verhaltene Reaktion von Endnutzern.

Sind unterschiedliche, fehlerhafte und per Software “entschärfte” Implementierungen des Bluetooth Standards in Mobiltelefonen ein Problem?
Beispiele: Siemens/Benq, Vodafone, Verizon in den USA.

Aktuelles Beispiel ist Apples iphone. Leider halten sich nicht alle Hersteller an vorgegebene Spezifikationen, d.h. aus Providersicht ist es dem Werbetreibenden auch schwer zu vermitteln, weshalb einzelne Modelle Probleme verursachen können.

Was sollte man als Werbetreibender im Hinblick auf das Design und ggf. Programmierung von Inhalten für eine Bluetooth Kampagne beachten?

Generell wird sehr stark auf Design, Look and Feel geachtet. Ebenso sollte bei Anwendungen darauf geachtet zu werden, transparent und damit Nutzerfreundlich zu bleiben.

Welche Form von Inhalt wird nach Ihrer Erfahrung am Besten vom Endnutzer angenommen?

Abhängig vom Kampagnenumfeld. Auf einer Fachmesse mit entsprechendem Publikum sind andere Inhalte gefragt als beispielsweise während eines Festivals.

Ist der Tausender Kontaktpreis (TKP) eine geeignete Größe für den Kosten/Nutzen Vergleich zwischen verschiedenen Werbekanälen (mit z.B.
Print / Online)? Wenn ja, wie hoch ist ein durchschnittlicher TKP im BT-Marketing? Wenn nein, welche messbare Größe ist besser geeignet?

Der TKP als messbare Größe für BT-Marketing ist verfrüht. Zunächst geht es doch um die Akzeptanz des Services bei den Endnutzern. Hier stimmen wir mit Herrn Lippert vollkommen überein.

Was halten Sie von Cost per Download Abrechnungsmodellen? Sehen sie andere Alternativen zu Vermietung/Verkauf?

Wir glauben, dass Werbetreibende gerne einen nicht variablen Preis veranschlagt bekommen möchten, um kalkulieren zu können. Stellen sie sich vor, Sie erstellen ein Cost per Download-Modell und geben dieses an den Kunden weiter. Während eines großen Events generieren Sie sehr hohe Downloadraten, dann fällt der Kunde bei der Abrechnung aus allen Wolken!

Sind in nächster Zeit konkrete Weiterentwicklungen der Technologie, des Anwendungsspektrum oder Produktportfolios Ihres Unternehmens geplant?

Bis Ende 2007 wird BlooZone eine ganze Reihe teils weiterentwickelter, teils völlig neuartiger Produkte veröffentlicht haben.

 

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