Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

Basisanwendungen Bluetooth Marketing, OBEX basiert

May 5th, 2007

Die zur Zeit wichtigste Vorgehensweise im Bluetooth Marketing basiert auf dem Object Push Profile. Eigentlich gedacht, um zwischen Geräten Visitenkarten und Termine kabellos über Infrarot oder Bluetooth auszutauschen, können inzwischen praktisch mit allen Bluetooth-fähigen Geräten alle möglichen Inhalte übertragen werden. Als Sender dienen im allgemeinen (Embedded-) PCs mit Bluetooth Chip oder Mobiltelefone. Ziel ist fast immer der stolze Besitzer eines Mobiltelefons. Der typische Ablauf ist folgendermaßen:

  1. Ein Mobiltelefon mit auf sichtbar geschaltetem Bluetooth gerät in den Empfangsbereich eines Bluetooth Transmitters (zw. 100m und wenigen cm, je nach Konfiguration des Senders und Möglichkeiten des Empfängergerätes).
  2. Auf dem Display des Empfangsgerätes erscheint eine Meldung mit der Frage, ob man eine Nachricht von dem Sender erhalten möchte.
  3. Wenn dies bejaht wird, wird der Inhalt übertragen und je nach Implementierung auf dem Empfänger Gerät angezeigt oder gespeichert.
  4. Wenn der Empfang abgelehnt wurde, wird nichts übertragen.
Empfänger im SendebereichMeldungInhalt da

Diese verbreitete, grundlegende Anwendung lässt sich kategorisieren als (1) Push Dienst, (2) ohne spezielle Software, (3) (meist) ohne Rückkanal, (4) verbindungskostenfrei. Teilweise kommen einzelne Firmen zu dem Schluß, dass es sich hierbei nicht um Push handelt, jedoch dazu später mehr.

Es treten hierbei v.a. folgende Probleme auf:

  1. Push rechtlich problematisch
  2. Bluetooth Protokolle bieten keine Möglichkeit den Empfängergerätetyp/-hersteller (z.B. Nokia N90) eindeutig zu identifizieren, im Ggs. zu WAP. Daher ist vor dem Senden nicht unbedingt sicher, dass der Empfänger den Inhalt überhaupt (korrekt) darstellen kann.
  3. Der Absender einer Nachricht kann nicht eindeutig identifiziert werden, der Name in der Meldung kann vom Sender frei gewählt werden, also auch von “bösen” Sendern.
  4. Inhalte, insbesondere Programme (java, symbian usw.), könnten Viren enthalten und beträchtlichen Schaden anrichten.

Zu 1. gibt es meines Erachtens inzwischen recht überzeugende Möglichkeiten, diesen Push hinreichend als Pull erfahrbar zu machen (s. das “Bluetooth-Marketing Manifest” und 12snap Pressemeldung).
Zu 2. existiert das Blueprinting Verfahren, welches inzwischen von vielen Unternehmen eingesetzt wird (s. trifinite.org)
Zu 3. gibt es keine perfekte Lösung, aber das Risiko ist einigermaßen gering.
Zu 4. gibt es die Möglichkeit, dass Anwendungen digital signiert werden, der Inhalt der Signatur bekannt gemacht wird und die Nutzer darauf hingewiesen werden, nur Inhalte mit dieser Signatur zu installieren - nicht unbedingt bombensicher, aber für digitale Kommunikation schon ziemlich gut (s. z.B. BlueCell Networks FAQ, Punkt 2., wobei andere Aussagen auf dieser Seite kritisch zu hinterfragen sind).

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