Bluetooth Marketing Leitfaden - Download

Bluetooth API in Series 40 5th.

May 8th, 2007

Wieder bei golem.de steht heute die Meldung, dass Nokia für Juni diesen Jahres eine neue Entwicklungsumgebung für die Series 40 5th. Edition herausbringen will. Nokia Series 40 Geräte laufen auf dem Nokia eigenen Betriebssystem, stellen die größte Anzahl innerhalb der Baureihen (Series 60,80,90 usw.) und darunter fallen praktisch alle “günstigeren” Telefone. Interessant ist, dass nun endlich auch die Bluetooth Java API (JSR82) in die Series 40 Einzug halten soll. Dies passiert im Rahmen des Spezifierungsprozeßes JSR248, Meldung dazu bei areamobile.de, der auch eine Kapselung von bisher eigenständigen J2ME APIs bringt, d.h. man sollte davon ausgehen, dass JSR 248 spezifizierte Geräte folgende APIs unterstützen (Liste zit. bei areamobile.de):

  • JSR-184 (Mobile 3D Graphics API) in Version 1.1
  • JSR-179 (Location API) für lokalisierte Dienste
  • JSR-177 (SATSA) für Sicherheitsfunktionen und Zertifikatsverwaltung
  • JSR-180 (SIP API) fürs Session Initiated Protocol, das beispielsweise VoIP-Anwendungen ermöglicht
  • JSR-211 (Content Handler API) für die Verwaltung von Applikationen, mit denen sich bestimmte MIME-Typen öffnen lassen
  • JSR-226 (Scalable 2D Vector Graphics) für die Darstellung von SVGtiny-Inhalten
  • JSR-229 (Payment API)
  • JSR-238 (Internationalization API) für die Lokalisierung von Java-Applikationen
  • JSR-205 (Messaging)
  • JSR-172 (Web Services)
  • JSR-135 (Mobile Media)
  • JSR-82 (Bluetooth)
  • JSR-75 (File&PIM)

Das wäre ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von Lokalfunk- / Location Based Services Anwendungen auch auf Einsteigergeräten.
Ohne jetzt auf die Einzelheiten einzugehen, erst mit JSR-82 (Bluetooth) ist anwendungsbasierte Bluetooth-Kommunikation möglich,
hinzukommen die File API (JST-75), die praktischerweise z.B. das Speichern von über Bluetooth geladenen Inhalten erlaubt und Content Handler die die dann auch anzeigen lassen können. Dies dann plattformübergreifend, mit einer funktionierenden Location API (Auswertung von GPS-Daten / Funkzellenortung), sinnvollen WebServices und Payment kombiniert ist eine spannende Basis für echte Pull-Informationsdienste mit massenweise OptIns / OptOuts und Sicherheitsmechanismen.
Nimmt man dazu noch sinkende Verbindungspreise und GPS könnten Location Based Services bald wirklich interessant werden. Nun ja, falls den Mobilfunknetzbetreibern nicht noch was “Nettes” einfällt.

Bluetooth Plakate, Fluch und Segen

May 8th, 2007

Im Jan. dieses Jahres wurde auf golem.de die Kooperation von Ströer und BlueCell Networks gemeldet und in einigen Blogs kommentiert. Dies ist meines Wissens in Deutschland der erste nennenswerte Deal eines großen Außenwerbers mit einem Bluetooth Marketing Unternehmen (Die Wall AG hat wohl ein eigenes System entwickelt, das schon seit Sept. 2006 am Start sein soll). Das ist ein Schritt nach vorn für BCN, denn Außenwerber sind schon aufgrund der riesigen Menge an potentiellen Standorten für Bluetooth-Transmitter in den Städten ein interessanter Partner (oder wie bei Wall selbst Anbieter), schüren aber auch die Befürchtungen vor “Bluespamming”. Bisher haben wir es bei Bluetooth Marketing fast immer mit 1-5 Transmittern pro Event zu tun gehabt.
Mit Infrarot war da Accinity schon weiter: für den Otto-Versand wurden 2400 CityLight Poster mit dem MarketEye ausgestattet.

Der Grundtenor in den Blogs zu der Ströer/BCN Geschichte ist ein deutlich negativer, insbesondere im Hinblick auf die Spamgefahr:

Ich persönlich betreibe mein Handy in er Regel mit aktiviertem aber unsichtbarem Bluetooth, möchte mich aber in keinem Fall gegen die vermeintlichen Liebesbekundungen irgendeiner devot säuselnden Litfaßsäule wehren müssen und das vor allem nicht alle 5 Meter. Alleine der Gedanke daran ständig dankend ablehnen zu müssen, weckt in mir schon die Liebe zum Vandalismus.

in Das dicke En.de? oder auch

Telefonwerbung ohne Einverständnis ist in DE unzulässig, wie schaut’s dann mit sowas aus? Ist im Prinzip nichts anderes, man wird zwar gefragt, aber bereits zu dem Zeitpunkt belästigt (”Unzumutbare Belästigung”). Und überhaupt… Sicherheitstechnisch…
Leid tun mir die Leute, die ein Headset benutzen “müssen” und dazu natürlich Bluetooth angeschaltet bleiben sollte… Tja, die negativen Seiten des Luxus :D

in Kuroi Tenshi’s darkness

Einige Kommentare zum ursprünglichen Golem Artikel gehen in dieselbe Richtung:

Ich will auf keinen Fall solche Werbung auf meinem Handy sehen.

Irgendwann bau ich mir ne Blockhütte im Wald.

Sowie der putzige Versuch von offensichtlich interessierter Seite dagegenzuhalten:

Der Anbieter scheint hier schon etwas weiter gedacht zu haben:
[www.beamzone.net]
Hier stehen imho auch ganz gute Erklärungen zu den ganzen Themen Bluetooth-Spam, Bluetooth-Security, etc.

Zum Teil kann ich die Befürchtungen nachvollziehen:

  • Ein dauerhaft installiertes Netz von Transmittern ermöglicht theoretisch Bewegungsprofile (anhand der Bluetooth-Adresse). Die Telefonnummer kann man nicht ohne weiteres über Bluetooth auslesen, wohl aber den Gerätetyp über Blueprinting, soweit vorhanden.
  • Größere Netze von Bluetooth Transmittern, die nicht den im Bluetooth Marketing Manifest genannten Punkten entsprechen, können die genannten Spameffekte erzeugen, wie dauerndes Nachfragen über 100m und bei jedem Transmitter von Neuem.

Es herrschen aber auch offensichtlich Missverständnisse:

  • Mit Bluetooth “aus” oder auf “unsichtbar” kann man grundsätzlich nicht von nicht-gepairten Geräten kontaktiert werden. Fürs Headset reicht “unsichtbar”. Auf einigen Mobiltelefonen sind Schwachstellen mit bestimmten Firmwareversionen nachgewiesen, die böse Leute ausnutzen könnten.

Mich würde interessieren, ob die Ströer/Beamzone Bluetooth Transmitter miteinander vernetzt sind, denn nur dann kann von einem Transmitter zum anderen gemeldet werden, dass ein Nutzer einen bestimmten Inhalt bereits erhalten oder den Empfang abgelehnt hat. Dies müsste sichergestellt sein.
Falls sich Anbieter an bestimmte Regeln halten, sollte die Spamgefahr äußerst gering sein. Sicher ist, dass noch nicht alle Anbieter von Bluetooth Marketing diese Regeln einhalten.

Beängstigender finde ich die oben bereits erwähnte Infrarot Variante von Accinity & Deutsche Post. Hier passiert folgendes:

  1. Man hält sein Infrarot Mobiltelefon an das Plakat, dieses initiiert den Versand einer SMS über das Telefon des Nutzers (AT-Befehl), ein SMS-Gateway sendet einen WAP-Push Link, über den ein Inhalt runtergeladen werden kann.
  2. Der Nutzer gibt dabei seine Telefonnummer preis (SMS Spam, Bewegungsprofil mit pers. Daten usw. sind möglich).
  3. Die SMS und der Download kosten den Nutzer Geld. Gerade bei der ersten SMS ist dem Nutzer das nicht unbedingt klar, denn die SMS wird “laut- und spurlos” versandt.


(Bild von http://avoidthemeadows.twoday.net/stories/2563765/)

Ok, ein Gedankenspiel: Ich wohne in Berlin, Hauptstadt der Mega/Giga/Monsterposter, T-Com Fernsehturm und Brandenburger Tor, Samsung Denkmälern, Schauplatz erbitterter Fehden von Außenwerbern und diverser vollverspammter (plakatierter) Gebäude. Angenommen alle diese Plakate sind weg und werden durch Bluetooth Transmitter ersetzt, die gutmütig nur in max 50cm Entfernung funktionieren, voll vernetzt sind usw. Das wäre einfach traumhaft.

Desensibilisierung

May 7th, 2007

Ende letzten Jahres erschien auf heise Security ein Artikel von Marko Rogge mit dem Titel “Bluetooth als Einfallstor - Wie Bluetooth-Marketing Anwender für mobile Viren desensibilisiert”. Er beschreibt recht anschaulich eine einfache, billige und dabei sehr “erfolgversprechende” Form eines Angriffs auf Bluetooth Mobiltelefone, die durch Bluetooth Marketing Systeme verschärft wird. Der Grundgedanke ist: Firma A bietet über einen Bluetooth-Transmitter auf einem Event Handy-Games zum freien Herunterladen an. Hacker B steht ein paar Meter weiter mit seinem Laptop+Dongle und bietet unter dem Namen v. Firma A lustig Virenprogramme an, die genauso heißen, wie das Spiel. Wer unter den jungen Schnäppchenjägern und umworbenen Konsumenten passt jetzt genau auf, ob ein eventuelles Zertifikat wirklich von Firma A kommt? Nun, lt. heise Test sehen es 40% anscheinend nicht ganz so genau. Und dann könnte ein Virus auf dem Mobilgerät landen. Das Szenario erinnert ein wenig an E-Mail Nachrichten mit dem Subject “Delivery Status notification”, “Ihre Telekom Rechnung” usw. Erschwerend kommt hinzu, das sich viele Viren am liebsten über Bluetooth weiterversenden. Wo sind viele Leute mit offener Bluetooth-Schnittstelle zu finden? Genau, direkt neben Dir an der Bluetooth Leuchtsäule oder am funkenden Plakat.

Die Hersteller sollten also grundsätzlich zu versendende Programme mit einem Zertifikat versehen und dessen Bedeutung klar am Ort des Geschehens deutlich machen. Am besten wäre, grundsätzlich auf den Versand von Programmen (jar/sis usw.) zu verzichten und vor Installationen zu warnen. Eine andere Alternative ist es, die Bluetooth Kommunikation mit dem Marketing System nur über eine eigene, auf dem Mobiltelefon aus sicherer Quelle installierte Anwendung zu erlauben (s. z.B. BlipExplorer der Fa. Blipsystems, Nokia Coolzone, die anscheinend aber nicht mehr entwickelt wird, oder das Produkt Jellingspot).

Leuchtsäule

May 7th, 2007

LeuchtsäuleIm allgemeinen sind Bluetooth Transmitter, bestehend aus EmbeddedPC+Dongle, klein genug, um auch sinnvoll verpackt zu werden (s. Bluetooth Marketing Manifest Pkt. 1).
Eine relativ günstige Variante für den Einsatz auf (Indoor-)Events ist die Verwendung von Leuchtsäulen. Um genügend Aufmerksamkeit zu erzeugen, muss das Ganze aber schon eine gewisse physische Präsenz haben. Ein Beispiel sind Leuchtsäulen ähnlich der links abgebildeten:

  • hinterleuchtete Plakatflächen mit
  • Antireflex-Schutzfolie
  • geeignet für den Einsatz von Papierpostern, Dias und Folien
  • Gesamthöhe ist 1,70 m
  • Preis: ca. 350 Eur

Im Inneren befindet sich eine Leuchstoffröhre in der Vertikalen angebracht. Im unteren Bereich kann z.B. der Transmitter plaziert werden, da dort auch der Strom zugeführt wird. Eventuelle Schattenbildung kann man durch dunkle Folie abmildern oder reflektierendes Material um den Transmitter anbringen. Die Wärmeentwicklung in der Säule scheint auch bei längerem Einsatz nicht problematisch zu sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass für jeden Kunden individuelle Plakate erstellt werden können, die speziell auf das Event zugeschnitten sind. Nachteile sind, dass die Folien recht teuer sind, der Transport mehrerer Säulen mit dem Wort “Logistik” beschrieben werden könnte und dass die Antireflexfolie oft nicht gut im Rahmen hält und schnell verdreckt.

Das Bluetooth Marketing Unternehmen BlueCell Networks verwendet hingegen bei Events Leuchtsäulen, die augenscheinlich immer mehr oder weniger gleich aussehen, und so vermutlich die Marke “Beamzone” und den Wiedererkennungswert stärken sollen. Es handelt sich um eine bedruckte, längliche Leuchtröhre mit einem Metallfuß, in dem der Transmitter untergebracht ist.

Embedded PC Vol. 2 - Lex

May 7th, 2007

Die Firma Lex Computech Co. Ltd. aus Taiwan ist ein Hersteller für Komponenten für Mini- und Embedded PCs und auch fertig aufgebaute Systeme. Die Mini-ATX basierten LEX-Light und -Neo sollen hier kurz vorgestellt werden, da sie mir bei verschiedenen Anbietern von Bluetooth Marketing Lösungen aufgefallen sind.

Lex Light:
Light

Beispielkonfiguration:

Abmessungen: 48.5 H x 234 W x 175 D mm
Material: Aluminum + Plastik
Gewicht: 1 Kg
LED Anzeigen: Strom / Netzwerk / HDD
Frontanschlüsse: 2 x USB, 1x Audio Line Out, 1x Mikrophon Eingang
Rückseite Anschlüsse: PS/2 für Tastatur/Maus, 2 x USB 1.1, 2 x Serial, 1 x Parallel, 1 bis 3 x RJ-45, VGA Ausgang 1x Eingang für das externe Netzteil
CPU: 533 MHz Via Eden
RAM: 1 SDRAM
Netzteil: extern

Lex Neo:
Neo

Beispielkonfiguration:

Gehäuse und Farbe: Schwarzes Aluminium Gehäuse
Maße (Breite x Höhe x Tiefe): 275 x 50 x 172 mm
Gewicht: ca. 2kg
CPU: Via C3 CPU ( 800 -1000Mhz)
Chipsatz (FSB): VIA PLE 133
Arbeitsspeicher: 1 x SDRAM Steckplatz für low profile Speicher
integrierte Grafik: Integrierter Grafikcontroller mit VT8601A Trident VGA, bis zu 1600×1200x 16Bit
IDE (Raid): 1x 44Pin IDE, 1x 40pin für 2,5 HDD
Laufwerke: 1x 2,5″
LAN: 3x 10/100Mbit Lan
Audio: 1x Audio Out, 1x Mikrophon Eingang
Anschlüsse Frontseite:keine
Anschlüsse Rückseite: PS/2 für Tastatur/Maus, 2 x USB 1.1, 2 x Serial, 1 x Parallel, 1 bis 3 x RJ-45, VGA Ausgang 1x Eingang für das externe Netzteil
Anschlüsse Intern: 1x 44pin IDE, 1x 40pin, 1x DOC, 1×50pin für Compact Flash, 1x Lüfteranschluss
Netzteil: 60W externes Netzteil

Der Light sollte ab ca. 300 Eur, der Neo ab 400 Eur zu haben sein, aktuelle Preise bitte beim Distributor erfragen (s.u.).

Die Vorteile der beiden Lex Systeme sind

  • die Flexibilität bei Anschlüssen/Speicher/CPU (durch div. Mainboard Varianten)
  • lüfterloser Betrieb
  • im Falle Neo: sehr robustes, wertiges Gehäuse
  • im Falle Light: relativ günstig
  • anscheinend sichere Bezugsquelle, System “verschwindet” nicht plötzlich vom Markt
  • geringe Stückzahlen möglich

Die Nachteile sind für mich:

  • Für ein “Embedded” System, welches unter Umständen in Leuchtsäulen, -plakaten usw. stecken soll, ist Mini-ATX zu groß, ebenso das Netzteil. Die Größe eines Transmitters, z.B. bestehend aus Lex und Bluetooth Dongle, ist manchmal nicht recht zu vermitteln, bei Bluetooth denken viele Kunden doch zu recht eher an etwas sehr kleines.
  • Im Falle Light: billig wirkendes Gehäuse, Ein/Aus Schalter ist eine Katastrophe
  • Einbau einer Festplatte ist hier allgemein selten vorteilhaft (Erschütterungen, besser sind Speicherkarten), in jedem Fall beim Neo aber ziemlich fummelig.

Es sind beides gute, funktionierende Systeme, wobei v.a. das Gehäuse beim Neo und der Preis beim Light gefallen. Schlußendlich ist es aber für ein Point-of-Sale und insbesondere Bluetooth Marketing eher eine unbefriedigende Notlösung. Sie sind zu groß, verbrauchen recht viel Strom (nicht ernsthaft für Batteriebetrieb geeignet), sind nicht staub- oder gar wassergeschützt und der Light hat ein An/Aus Schalter Problem, das im Event-Einsatz sehr ärgerlich werden kann.

Touch-OptIn

May 6th, 2007

Als Touch-OptIn bezeichne ich eine Form der Einverständniserklärung und einer Sicherheitsmaßnahme bei drahtloser Funkübertragung. Dies ist
m.E. insbesondere im Marketing und aktuell im Bluetooth Marketing in der Content-Push Variante eine entscheidende Voraussetzung für Spamvermeidung.
Touch-OptIn bedeutet, dass nur Nutzer, die ihr Kommunikationsgerät (Mobiltelefon) sehr nahe (<= 50cm) an einen bestimmten Punkt halten, überhaupt
kontaktiert werden dürfen. Wird der Empfang dann vom Nutzer erlaubt, so kann der Download je nach Bluetooth-Transmitter problemlos noch in bis zu 100m Entfernung stattfinden.
Im Falle Bluetooth ab Vers. 1.1 ist die Entfernungsmessung vor eigentlicher Kontaktaufnahmed senderseitig realisierbar über die Abfrage des Radio Signal Strength Indicator (RSSI). Dieser zeigt an, wie stark das Funksignal eines anderen Bluetooth Gerätes ist (in dBm), woraus recht gut Rückschlüsse auf die tatsächliche Entfernung gezogen werden können. Es sind also die Hersteller / Entwickler angesprochen, Touch-OptIn verbindlich für alle ihre Kunden vorzuschreiben, um Belästigungen zu vermeiden.
Ich kann nicht einschätzen, inwieweit damit rechtlich Content-Push über Bluetooth zu einem Pull Verfahren und damit vertretbar wird. Zumindest sollten aber so die Befürchtungen, an jeder Ecke mit Meldungen genervt zu werden, passé sein, selbst dann, wenn Bluetooth dauerhaft an und sichtbar geschaltet ist. Ich selbst schalte Bluetooth allerdings nur ein, wenn ich es brauche (Batterieverbrauch, Sicherheit). Für das Headset u.a. reicht zudem der “unsichtbar” Modus.

Siehe auch:

Open PR

May 5th, 2007

Ich frage mich schon seit einiger Zeit, wie sinnvoll Beiträge in freien PR-Portalen wie OpenPR.de wirklich sind. Gerade in dem jungen Markt nutzen Startups diesen Kanal, um günstig PR betreiben. So rasseln die Haase & Martin GbR und die unermüdliche Yvonne Joh von Bluetrigger immer mal wieder in meinen Google Alert, auch BlueCell Networks trifft man bisweilen an.
Für eine gute Google Plazierung kann es durchaus etwas bringen, scheint’s (Suchwort: Bluetooth Marketing, Open PR Artikel von Haase & Martin GbR auf Platz 6 heute).

Wer hat Erfahrungen, wieviel Traffic freie PR Portale auf die eigenen Seiten generiert? Lohnt sich der Aufwand?

Bluetooth Marketing Manifest

May 5th, 2007

Kommunikation mit dem Mobiltelefon ist ein sensibler Bereich, in Hinsicht auf Sicherheit, Kosten und Spam-Problematik.
Als Richtschnur für die Beurteilung von Bluetooth Marketing (und lokalem Funk allgemein) stelle ich folgende Thesen zur Diskussion:

  1. Identifikationspunkt
    Ein Bluetooth-Marketing Dienst muss von jedem Punkt des Sendebereiches gut sichtbar gemacht, die Funktionsweise und die angebotenen Inhalte klar beschrieben werden, Beispiele sind große Leuchtsäulen oder beleuchtete Plakate. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Mobilgeräte-Besitzer belästigt werden und nicht wissen, von wem und was gesendet werden soll.
  2. Reichweite
    Die Reichweite für die Empfängererkennung darf bei Content-Push 50 cm nicht überschreiten (das sogenannte Touch-OptIn). Es soll also sichergestellt werden, dass sich alle Nutzer des Systems aktiv durch das nahe Herantreten aktiv dafür entschieden haben, eine Kommunikation zu starten.
  3. Spam
    Content -Push, der nicht Pkt. 1+2 genügt ist in jedem Fall Spam.

    1. Die Standard Abfrage, ob ein Inhalt empfangen werden soll, ist an sich keine ausreichende Einverständniserklärung, und unter Umständen an sich schon unerwünschte Kommunikation. Es ist zudem nicht sicher, wer wirklich der Absender der Nachricht ist.
    2. Die Tatsache, dass Bluetooth auf sichtbar geschaltet ist, bedeutet nicht, dass der Besitzer eine Gerätes Inhalte empfangen will
  4. Fehlende Abfrage
    Mobilfunkgeräte, die abweichend vom Bluetooth Standard überhaupt keine Standard Abfrage bei Content Push bieten, müssen vom System grundsätzlich vom Empfang ausgeschlossen werden (Siemens, Siemens-BenQ).
  5. Pairing
    Jede Form von Bluetooth-Marketing, welches ein vorheriges Pairing benötigt, ist aus Sicherheitsgründen grundsätzlich abzulehnen.
  6. Bluetooth Name
    Die Absenderbezeichnung (Bluetooth Name) muss eindeutig zur visuellen Manifestation (s. Pkt. 1) zuordbar sein.
  7. Korrekte Darstellung
    Es werden nur Inhalte versendet, die auf dem Empfängergerät korrekt darstellbar sind, soweit technologisch möglich. So sollte durch ein Blueprinting Verfahren der Typ der Empfängergerätes bestimmt werden und entsprechend gestaltete Inhalte in nutzbarem Format gesendet werden. Die Datenbank sollte mindestens die 200 gängigsten Modelle enthalten und regelmäßig ergänzt werden.
  8. Programme
    Werden Anwendungen (jar, sis, exe Dateien) versendet, so sind diese immer mit einer digitalen Signatur zu versehen, die den Anbieter des Inhalts eindeutig kennzeichnet.
  9. Verhalten nach Ablehnung
    Wird der Empfang eines Inhalts abgelehnt, so wird nie wieder versucht, diesen Inhalt an diesen Nutzer zu senden. Dies gilt für alle Sender eines Anbieters (z.B. innerhalb einer Kampagne mit mehreren Sendern).
  10. Verhalten nach Timeout
    Erkennt das System, dass ein Inhalt nicht angenommen wurde, da die Bestätigungsmeldung vom Nutzer nicht gesehen wurde (Timeout, weil das Gerät z.B. in der Tasche ist), genau dann darf erneut ein Sendevorgang nach mindestens 2 min. eingeleitet werden. Insgesamt darf dies maximal 3 mal probiert werden.
  11. Speicherung Bluetoothadressen
    Die Bluetoothadressen der Nutzer dürfen nur solange gespeichert werden, wie dies zum Versand und zur Erfüllung der Punkte 9+10 notwendig ist.
  12. Nutzerprofilerstellung
    Es wird nicht versucht, Bluetoothadressen mit anderen persönlichen Daten (Name, Tel.Nr., Aufenthaltsorte,…) zu verbinden und zu speichern.
  13. Inhaltlicher Bezug zur Umgebung
    Die zu versendenden Inhalte stehen in einem nachvollziehbaren inhaltlichen Kontext zur Umgebung. Beispiel: An einem Plakat mit einer Werbung für einen Kinofilm erhält man den Trailer als Video.

(to be continued).

Basisanwendungen Bluetooth Marketing, OBEX basiert

May 5th, 2007

Die zur Zeit wichtigste Vorgehensweise im Bluetooth Marketing basiert auf dem Object Push Profile. Eigentlich gedacht, um zwischen Geräten Visitenkarten und Termine kabellos über Infrarot oder Bluetooth auszutauschen, können inzwischen praktisch mit allen Bluetooth-fähigen Geräten alle möglichen Inhalte übertragen werden. Als Sender dienen im allgemeinen (Embedded-) PCs mit Bluetooth Chip oder Mobiltelefone. Ziel ist fast immer der stolze Besitzer eines Mobiltelefons. Der typische Ablauf ist folgendermaßen:

  1. Ein Mobiltelefon mit auf sichtbar geschaltetem Bluetooth gerät in den Empfangsbereich eines Bluetooth Transmitters (zw. 100m und wenigen cm, je nach Konfiguration des Senders und Möglichkeiten des Empfängergerätes).
  2. Auf dem Display des Empfangsgerätes erscheint eine Meldung mit der Frage, ob man eine Nachricht von dem Sender erhalten möchte.
  3. Wenn dies bejaht wird, wird der Inhalt übertragen und je nach Implementierung auf dem Empfänger Gerät angezeigt oder gespeichert.
  4. Wenn der Empfang abgelehnt wurde, wird nichts übertragen.
Empfänger im SendebereichMeldungInhalt da

Diese verbreitete, grundlegende Anwendung lässt sich kategorisieren als (1) Push Dienst, (2) ohne spezielle Software, (3) (meist) ohne Rückkanal, (4) verbindungskostenfrei. Teilweise kommen einzelne Firmen zu dem Schluß, dass es sich hierbei nicht um Push handelt, jedoch dazu später mehr.

Es treten hierbei v.a. folgende Probleme auf:

  1. Push rechtlich problematisch
  2. Bluetooth Protokolle bieten keine Möglichkeit den Empfängergerätetyp/-hersteller (z.B. Nokia N90) eindeutig zu identifizieren, im Ggs. zu WAP. Daher ist vor dem Senden nicht unbedingt sicher, dass der Empfänger den Inhalt überhaupt (korrekt) darstellen kann.
  3. Der Absender einer Nachricht kann nicht eindeutig identifiziert werden, der Name in der Meldung kann vom Sender frei gewählt werden, also auch von “bösen” Sendern.
  4. Inhalte, insbesondere Programme (java, symbian usw.), könnten Viren enthalten und beträchtlichen Schaden anrichten.

Zu 1. gibt es meines Erachtens inzwischen recht überzeugende Möglichkeiten, diesen Push hinreichend als Pull erfahrbar zu machen (s. das “Bluetooth-Marketing Manifest” und 12snap Pressemeldung).
Zu 2. existiert das Blueprinting Verfahren, welches inzwischen von vielen Unternehmen eingesetzt wird (s. trifinite.org)
Zu 3. gibt es keine perfekte Lösung, aber das Risiko ist einigermaßen gering.
Zu 4. gibt es die Möglichkeit, dass Anwendungen digital signiert werden, der Inhalt der Signatur bekannt gemacht wird und die Nutzer darauf hingewiesen werden, nur Inhalte mit dieser Signatur zu installieren - nicht unbedingt bombensicher, aber für digitale Kommunikation schon ziemlich gut (s. z.B. BlueCell Networks FAQ, Punkt 2., wobei andere Aussagen auf dieser Seite kritisch zu hinterfragen sind).

Basisanwendungen Bluetooth Marketing, Grundlagen

May 4th, 2007

Es geht im Grunde darum, Inhalte jeder Art so schnell, günstig und einfach auf Mobiltelefone von Nutzern zu bekommen und, macht man sich nichts vor, Daten zu sammeln (dazu später mehr). Per Kabel ist dies für Endnutzer umständlich und uncool, per WAP teuer und langsam, per WLAN selten möglich, per Infrarot langsam, störanfällig und unsicher. Insofern ist Bluetooth eine schöne, oft noch zu wenig beachtete Alternative.

Bluetooth bringt durch das Profile-Konzept eine Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere das OBEX-Protokoll und das dazugehörige Profil Obex Push Profile (OPP), sowie das Serial Port Profile (SPP) und Service Discovery Application Profile (SDAP) sind in diesem Zusammenhang von Interesse. Die technischen Möglichkeiten von Bluetooth Kommunikation ergeben sich im Wesentlichen aus den Funktionen dieser Profile und der dazugehörigen Protokolle.

Es sind diverse Kategorisierungsvarianten im Bereich Bluetooth Marketing denkbar. An dieser Stelle werde ich eine Herangehensweise vorschlagen mit zunächst folgenden Kategorien:

  1. Kommunikationsschema
    1. Push: Inhalte werden vom Sender an den Empfänger gesendet, ohne dass der Empfänger über denselben Kanal eine Aufforderung dazu geben muss/kann.
    2. Pull: Inhalte werden vom Empfänger über denselben Kommunikationskanal aktiv angefordert.
  2. Voraussetzung für Kommunikation
    1. Spezielle Software auf dem Empfängergerät notwendig
    2. Dienst funktioniert mit Bordmitteln (Browser, Bild-/Videobetrachter usw.)
  3. Rückkanalfähigkeit
  4. DurchgängigeVerbindungskostenfreiheit bis zum Erhalt eines Inhalts